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Daniel Haas kritisiert in seiner Spiegel-Kolumne harsch die Vorteile von Yoga in der "echten, rauen Welt der Vorstädten von Berlin und Frankfurt". Ich in auf Eure Meinungen gespannt...

"Immer mehr Männer machen Yoga. Und verbiegen sich für einen gesunden Lifestyle. Dabei kommt es im Leben eines richtigen Kerls nur auf eines an: sich in der U-Bahn durchzusetzen. Wenn sie denn fährt.

Wenn Frauen am Ende sind mit ihrem Latein, wenn ihnen keine Beschwichtigungen mehr einfallen; wenn sie nichts mehr hören wollen von den Verspannungen und Zukunftsängsten und vom Konkurrenzdruck der Männer, dann sagen sie: Probier doch mal Yoga!

Yoga! Ein paar Kopfstände und Sonnengrüße sind doch nicht die Lösung für den täglichen Überlebenskampf! In Berliner Bussen zum Beispiel ist die Wahrscheinlichkeit, dass man nach 22 Uhr abgestochen wird, größer als die, einen Sitzplatz zu kriegen.

Der durchschnittliche U-Bahn-Gast sieht mittlerweile aus wie der Chef eines Kickbox-Vereins. In den S-Bahnen fährt die Angst mit, vorausgesetzt man tritt die Fahrt überhaupt an. Nicht jeder verlässt das Gleis lebend und am Stück.

Was macht man dann, wenn so ein rassistischer Strolch einem die Falafel mit braunen Sprüchen beschmiert? Sagt man "Om" und biegt sich auf die Hund-Position zusammen? Oder brummelt man ein, zwei Mantras, in der Hoffnung, die spirituellen Ströme werden den Unhold schon beruhigen? Mach doch mal Yoga! Ich denke, ich spreche für all jene, die wissen, dass weder Stehende Vorwärtsbeuge noch Handstand einem Springmesser etwas entgegensetzen, wenn ich jetzt sage: Hä?

Meditieren? Patrouillieren!
Nein, wir Männer, vor allem die aus Berlin, Hamburg und Frankfurt, haben eine Mission: Wir müssen der Fiesheit des Lebens ins alles andere als yogamäßig entspannte Gesicht sehen und U-Bahn fahren. Wir müssen raus aus den Leggins und rein in die Ballonseiden-Jogginghose. Runter von der Entspannungsmatte und rauf aufs S-Bahn-Gleis, wo die Karate-Kids und Bierflaschenschwinger ihr Unwesen treiben. Dort wird nicht meditiert, sondern patrouilliert - für die gute Sache versteht sich.

"Ob in der deutschen Hauptstadt, in München oder auf Ibiza, überall berichten Studios davon, dass sich die Männerumkleiden füllen", hieß es neulich in einem großen Artikel zum Thema. Diese Tendenz wird fatale Folgen haben. Die Restbestände von Zivilcourage werden sich in esoterischer Innenschau auflösen. "Ich wollte mir mein Karma nicht zerkratzen, Herr Inspektor", sagt man dann, während der Tatort weiträumig abgeriegelt wird. "Außerdem lag der Mann doch schon so entspannt am Boden."

"Stress, Magenkrankheiten, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes - gegen all das hilft, tief zu atmen und sich dabei zu bewegen", so geht’s weiter im Text. Meiner Ansicht nach hält man in Konfliktsituationen, in die bewaffnete Jugendliche verwickelt sind, besser die Luft an. Bewegend sind solche Situationen schon von selber, und Übergewicht stellt sich bei einem Puls von 140 auch nicht gerade ein.

Auch Erektionsprobleme soll Yoga in den Griff kriegen, wenn die Formulierung hier erlaubt ist: "In den USA, wo prozentual schon viel mehr Männer Yoga üben, hört man im Radio schon mal ältere Herren darüber kichern, wie glücklich sie ihre Frauen nun wieder machen können." Ich stelle mir das so vor: Er geht zum Yoga, sie hat den Abend für sich und ist glücklich. Oder: Er macht Yoga-Übungen, sie schaut zu und lacht sich schief.

Abnehmende Sinnsucher
Wirklich beunruhigend ist aber: "Nach zwei, drei Jahren beginnen Yoga-Schüler sich zu verändern. Oft fängt das bei der Ernährung an. Und dann fragen sie nach dem Sinn des Lebens." Was soll das heißen? Keine Pommes mehr und dann auch noch eine vorgezogene Midlife-Crisis? Neue Essgewohnheiten und Sinnfragen stellen: Das klingt wie Aristoteles bei den Weight Watchers.

Und wie soll man da sein Kampfgewicht halten? Am Wochenende vom 2. und 3. März wurden in Berlin insgesamt fünf Männer durch Messerstiche verletzt, ein Buswartehäuschen wurde zerstört, ein Bahngelände angezündet, ein Bus mit einer Flasche beworfen, ein 45-Jähriger ins Gesicht geschlagen und ausgeraubt, ein Mann auf S-Bahn-Gleise gestoßen. Mit wem möchte man an solchen Tagen lieber tauschen: Mit René, dem netten Yogi-Häuptling aus Berlin-Mitte, oder mit Kickbox-Freddi aus Marzahn?

Waren sie überhaupt schon mal beim Yoga? Die Frage musste ja kommen. Ja, war ich. Und es war anstrengend, das Verletzungsrisiko erschien mir enorm. Ob ich noch mal hinfahre? Zum Glück streikt die Bahn. Es besteht erstmal keine Gefahr. So oder so."

Von Daniel Haas gefunden auf spiegel.de

Tags: Spiegel-Kolumne, Yoga-Fuzzi

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Antworten auf diese Diskussion

was er immer mit der U-Bahn/S-Bahn hat ?!......irgendein unverarbeitetes Trauma ? soviel Sarkasmus in so einem kleinen Text.........muss wohl der Neid sein....
;)
Da geb ich Dir recht, dass ist die reine Provokation!
Interessanter Gedanke, mag was dran sein...
*lach* irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich der Schreiber dieses Artikels nicht wirklich mit Yoga befasst hat...naja, er wird wahrscheinlich kaum etwas großartiges bewirkt haben mit seinem Beitrag...
Stimmt, das war knapp, da hast du wirklich Glück gehabt! Und nicht nochmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren! ;-)
:)))))))) ich glaube, bei dem muss innerlich irgendein knoten platzen...!
also, im ernst: vielleicht sollte er für den anfang nicht gleich mit yoga beginnen, da er ja aber immer wieder vom kickboxen anfängt, wäre meine empfehlung, eventuell eine traditionelle kampfkunst ins auge zu fassen...
dort geht es nämlich auch geistig "zur sache"... der "kickbox-freddie" macht das vielleicht nicht, aber in den kampfkünsten werden tatsächlich auch geistige übungen und meditation praktiziert...
und, oh wunder, man sagt, dass solche leute wie von zauberhand von niemandem mehr angegriffen werden, obwohl sie sich ja tatsächlich wunderbar zur wehr setzen könnten...
Tja, das Prinzip der Resonanz... Komisch ich halte mich oft in Berlin auf und mir ist keine Gewalt begegnet.

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