Dass Gucci-Handtaschen das Lieblingskind von Produktpiraten sind, Viagra-Kopien lukrativ erscheinen und Raubkopien von DVDs den Markt überschwemmen ist bekannt. Auch die Image-Kampagnen für die Ächtung von Verstößen gegen das Patentrecht sind überall präsent. Ganz neu aber ist, dass Indien genug hat von Yoga-Plagiaten und das kulturelle Erbe seines Landes schützen will. Künftig kann es also Patente für die traditionellen Asanas geben.
Man muss sich das in etwa so vorstellen: Die Kobra trägt eine Patentnummer, ebenso wie der Krieger. Verhindert werden soll damit, dass sich Yogaschulen oder Yogalehrer einzelne Yoga Übungen oder Übungsfolgen patentieren lassen. Yoga ist Allgemeingut und kann nicht in den Besitz von Privatpersonen übergehen, so die deutliche Meinung der Regierung in Delhi, die zu diesem Zweck eine Kommission von 200 Yoga-Meistern und Wissenschaftlern einberufen hat.
Basierend auf 35 historischen Quellentexten wird eine Datenbank von rund Yoga 1.500 Übungen zusammengestellt und weltweit den Patentbehörden vorgelegt. Ein ähnliches Verfahren hat die Regierung auch für die traditionellen Ayurveda Naturheilmittel und Behandlungsverfahren im Auge. Hier handelt es sich nochmals um 1.000 potenzielle Patente. Verhindert werden soll auf diese Weise, dass westliche Länder im Sinne eine Yoga- und Ayurveda Piraterie eigenständig Patente anmelden.
Was haltet Ihr vom Patentschutz für Yogaübungen und Ayurveda Medikamente? Ist das sinnvoll und mit realistischem Aufwand überprüfbar?
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