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Die Legende sagt, dass Sri Adi Shankaracharya einst mit seinen Schülern in Varanasi zur heiligen Mutter Ganga ging. Auf ihrem Weg kamen sie an einem älteren Pandit vorbei, der seinen Schülern die Regeln der Sanskritgrammatik durch Auswendiglernen beibrachte. Der große Weise hatte Mitleid mit ihm, daher sprach er den gelehrten Pandit an und empfahl ihm, seine Zeit nicht mit Grammatik und korrektem Sanskrit zu verschwenden, sondern seinen Geist auf Gott zu richten und Ihn zu verehren. Er komponierte bei dieser Gelegenheit die Hymne "Bhaja Govindam", die aus 72 Versen besteht. Der erste davon lautet:

"bhajagovindam bhajagovindam govindam bhaja muudhamate sampraapte sannihite kaale nahi nahi rakshati dukrijnkarane"

Das bedeutet soviel wie: "Verehre Govinda! Verehre Govinda! Verehre Govinda! O Narr! Zum Zeitpunkt des Todes werden dich die Regeln der Grammatik nicht retten!"

Hari Om - Tat Sat

Andreas

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Amen. Schöne Geschichte, die du da erzählst.

Es gibt auch eine andere, die mir, da ich keine Sanskritgelehrte bin mal sehr geholfen hat. Es gibt sie in verschiedenen Traditionen und Varianten. Ich habe sie mal von Narayani (irische Yoga Meisterin) gehört. Sie geht in etwa so:
Es war einmal ein Einsiedler, der auf einer Insel wohnte und irgendwann mal den Klang vom "Om Namo Narayanaya" gehört hatte. Er hatte ihm so sehr gefallen, dass er den ganzen Tag bei seiner Arbeit "Om Namo Nayanaya" wiederholte. Den ganzen Tag lang "Om Namo Nayanaya."
Eines Tages kam ein Sanskritgelehrter im Boot an der Insel vorbeigefahren und hörte "Om Namo Nayanaya". Er war zutiefst entsetzt! Er steuerte mit dem Boot ans Ufer und stieg aus. Der Einsiedler grüßte ihn freundlich mit den Worten "Om Namo Nayanaya" und der Sanskritgelehrte antwortete nur: "Du Freund, das ist ein heiliges Mantra, das du völlig falsch aussprichst! Das geht "Om Namo Narayanaya". Bitte sprich das richtig aus."
Der Einsiedler meinte ja klar, willigte ein und sie probten es einige Male, bis er es wirklich korrekt aussprechen konnte. Am Nachmittag schien es so, als hätte der Einsiedler endlich den korrekten Wortlaut und der Sanksritgelehrte stieg wieder zufrieden in sein Boot und fuhr weg. Als er kurz davor war den Sichtkontakt zur Insel zu verlieren hörte er plötzlich hinter sich "Om Namo Nayanaya", "Om Namo Nayanaya", "Om Namo Nayanaya" lieber Pandit, warte auf mich. Ich habe den Wortlaut wieder vergessen. Bitte sei so lieb und sage ihn mir nochmal."
Der Sanskritgelehrte war zutiefst betroffen, als er den Einsiedler das Mantra wiederholend über das Wasser hinter ihm herlaufen sah. Er verbeugte sich tief im Boot und sagte: "Sag ruhig weiter "Om Namo Nayanaya" und bitte lass mich dein Schüler werden."
Der Einsiedler willigte ein und sie verbrachten viele Jahre auf der Insel. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Om Shanti, liebe Grüße
Rukmini
Namaste

Schöne Geschichten habt Ihr hier zusammengetragen, vielen Dank!

Om Shanti Om
Erika-Ha
Nun ja, die letzte Geschichte vom "Om namo Nayanaya" sowie das Bhaja Govindam sind ja letztlich eine absage an das vedisch, magische, zaubernde Hantieren mit Klang. Glaubte man in der Zeit des Veda noch fest daran, dass ein falsch ausgesprochenes Mantra, ein falsch rezitiertes Suktam oder gar ein verkehrt intoniertes Saman großes Unglück bringt, im harmlosen Fall nur Chaos oder das Nichtgewollte, so ist das Mantra in den Traditionen des yoga eher ein fahrzeug geworden, mit dessen Hilfe man Samsara überquert. Und ob man da jetzt Narayana, Nayanaya oder sonstwas sagt ist egal, denn das Ziel ist ja die vollkommene Fixierung des Geistes auf einen Punkt, hier ein Klang, der auf die Gottheit verweist.
Insofern nehmen uns diese "schönen" Geschichten aber auch eines: Den Glauben an einen Gott, an eine Form Gottes, an eine Vorstellung unsererseits von einem Gott. Denn wenn es wirklich egal ist, was man da rezitiert, dann ist das, um was es auf der Bedeutungsebene des Rezitierten geht, auch unwichtig.
Unschöner Gedanke... mit einbem Streich hat man so den ganzen Götterhimmel der Hindus weggefegt. aber ein Glück, dass das nicht von Dauer war.....

LG

Nataraja

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