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Kürzlich sprach ich mit Rita, einer Frau die seit mehr als fünf Jahren streng vegetarisch lebt und sich in den letzten Monaten plötzlich nach dem Verzehr von Eis, Pizza und anderen Nahrungsmitteln sehnte, die sie sonst ohne zu zögern gemieden hatte. Nun war sie beunruhigt, dass sie plötzlich diese Gier empfand und hielt sich für zügellos.



Intuitiv empfand ich ihre Gelüste als Zeichen dafür, dass sich ihr Körper nicht im Gleichgewicht befand. Wer gesund ist und plötzlich solche Heißhungerattacken erfährt, der hat sich zu lange beschränkt und kann seine eigenen Regeln nicht mehr anerkennen. Das gilt nicht nur bei der Entsagung bestimmter Nahrungsmittel sondern auch bei anderen Abstinenzen wie zum Beispiel beim Sex. Und Rita ist wahrhaftig nicht die Erste, die sich mit dieser Problematik hilfesuchend an mich gewandt hat. Sie ist verwirrt, weil ihr das Verzichten unendlich schwer zu fallen scheint und erkennt den Schritt zwischen Zügellosigkeit und Genuss nicht mehr.

Dass im Yoga häufig auch gegen den Genuss gewettert wird, will ich gerne zugeben, lesen wir doch im Vedantic Yoga, dass der Nutzen immer über dem Angenehmen stehen sollte. Dieser eine Satz galt vielen Generationen von Yogis als Zeichen dafür, dass die Wahl statt auf den Teppich doch eher auf den Betonfußboden fallen sollte. So angeleitet und zum Zölibat gedrängt scheint der Gewinn einer frühmorgendlichen Yogastunde gegenüber einer Extra Stunde Schlaf ungleich höher zu sein.

Bequemlichkeit und Vergnügen aber sind nicht länger verpönt, denn auch der Yoga hat sich mit der Zeit gewandelt und erkennt andere Ansätze an. Im tantrischen Yoga finden wir darauf schon einen Hinweis, denn hier heißt es: Manche Menschen denken, dass Yoga und Vergnügen nicht zueinander passen. Wo Vergnügen ist, kann Yoga nicht bestehen und umgekehrt. Einer meiner Lehrer empfahl einem schokoladesüchtigen Schüler, diese in winzigen Stücken zu genießen, als würde er sie einer Gottheit anbieten. So musste er sich den Genuss nicht versagen und wirkte der unersättlichen Gier entgegen. Seither mache ich es beim Verzehr ungesunder Süßigkeiten genauso.

Nach einem Artikel von Sally Kempton für das amerikanische Yoga Journal.

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GEFÄLLT MIR SEEEHR! - würd ich hier gern anklicken :) Und könnte auch gleich in meinen Bildschirm reinkrabbeln um der Dame das leckere Himbeer-Törtchen aus der Hand zu nehmen um auch noch einen Bissen zu ergattern..

 

Gegen strengen Verzicht empfinde ich von jeher eine Abneigung.. hab es öfter versucht.. aber es nie geschafft.. was bringt es mir, keine Süßigkeiten mehr zu essen wenn ich dann unausstehlich werde und äußerst mies gelaunt mir selbst gegenüber?! Dann lieber mal ein Schokotäfelchen ab und an - bewusst und mit genuss :)

Sehr schön, dass das auch mal geschrieben wird.. hab oft ein schlechtes Gewissen wenn ich von all den tapferen Vegetariern, Veganern, Schoko-Entsagern usw lese... und mir denke: bin ich gar kein Yogi da ich nicht voll und ganz verzichten kann (und will) auf diese Dinge?!

 

Namasté

Silke

 

Auf Schokolade verzichten? Nein! Obwohl ich auch schon Zeiten hatte, wo ich monatelang keine Süßigkeiten genascht habe.

Ich bewundere alle diese enthaltsamen, tapferen Menschen.

Aber vielleicht gibt es ja etwas in ihrem Leben, dem sie nicht widerstehen können und sich gerade zu drauf stürzen. Denn eine Sucht zu unterdrücken, weckt dafür eine andere Sucht. Denn Körper und Geist finden immer einen Ausgleich auf einer anderen Ebene!

 

Namasté

Kerstin

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