habe hier einen interessanten text aus yoga aktuell über falsches atmen gefunden.
link:
http://www.yoga-aktuell.de/oxid.php/sid/x/shp/yabaseshop/cl/details...
Atemlos durch falsches Atmen
Text: Dr. Ernst Adams
Eine neue medizinische Sichtweise erkl�rt die Entstehung der Atemwegserkrankungen als Folge chronischer Hyperventilation und erm�glicht so eine wesentliche Linderung oder Beendigung der Beschwerden.
Ein gesunder K�rper ist im Gleichgewicht. F�r den Blutdruck, die K�rpertemperatur, den Tonus unserer Muskulatur, die Konzentration der einzelnen Hormone im Blut usw. gibt es einen jeweils optimalen Wert. Weicht der tats�chliche Wert zu weit davon ab, versucht der K�rper, ihn zu regulieren.
Die Regulation eines aus den Fugen geratenen K�rpers ist unter Umst�nden mit unangenehmen Erscheinungen verbunden. Wenn wir Ungesundes zu uns nehmen, kann es zu Erbrechen und Durchfall kommen. Wenn wir unter einer Infektion leiden, bekommen wir Fieber. Wenn der Blutzuckerspiegel sinkt, haben wir Hunger.
Wir werden gleich sehen, dass viele Atemwegsbeschwerden ebenfalls als eine Ma�nahme des K�rpers aufgefasst werden k�nnen, um ein verlorengegangenes Gleichgewicht wieder herzustellen.
Ist Asthma eine Krankheit?
Asthma wird im allgemeinen als eine Krankheit angesehen. Es ist gekennzeichnet durch �berempfindlichkeit der Bronchien. Sie verkrampfen leicht, die Schleimh�ute sind entz�ndet, angeschwollen und produzieren zuviel Schleim. �hnlich ist der Zustand der Schleimh�ute in der Nase bei chronisch verstopfter Nase. Bei Belastung durch k�rperliche Anstrengung oder durch Kontakt mit einem Allergen kommt es dann zu einer Verengung der Atemwege. Man hat einen sogenannten Asthmaanfall oder die Nase schwillt zu.
Das war auch meine Einstellung bis vor kurzem. Ich hatte seit meiner Kindheit Asthma und seit meiner Jugendzeit eine mehr oder weniger st�ndig verstopfte Nase. Obwohl ich mit Hilfe von Medikamenten fast ohne Einschr�nkungen leben konnte, lebte ich immer im Bewusstsein, eine potenziell lebensbedrohliche Anf�lligkeit und Schw�che der Lungen zu haben. Meine Nase war meist nur wenige Stunden am Tag frei. Auch wenn ich mich daran gew�hnt hatte, war es doch eine st�ndige Unannehmlichkeit und Belastung.
Vor einem Jahr fand ich im Internet Berichte �ber eine neue Sichtweise dieser Beschwerden und Anleitungen zur Selbsthilfe. Sie klangen sehr plausibel und enthielten eine simple Technik, wie man eine verstopfte Nase sofort frei machen kann, sowie Empfehlungen, mit denen man in der Regel einen leichten Asthmaanfall ohne Medikamente zum Beenden bringen kann. Des weiteren ergab sich aus dieser Sichtweise eine M�glichkeit, sich in relativ kurzer Zeit von diesen Problemen weitgehend zu befreien.
Die Anwendung der empfohlenen Techniken hatte bei mir sofort Erfolg. Und nach wenigen Monaten war meine Nase dauerhaft frei. Ich konnte meine Asthmamedikamente drastisch reduzieren und habe jetzt kaum noch Beschwerden.
Atemnot als Schutzma�nahme
Der ukrainische Arzt Prof. Dr. K. Buteyko hat vor �ber 50 Jahren ein medizinisches Modell zur Entstehung der Atemwegsverengungen durch Schleim oder Verkrampfung entwickelt und wissenschaftlich ausf�hrlich belegt. Demzufolge sind diese in der Regel eine Folge zu tiefen oder zu schnellen Atmens (der medizinische Ausdruck ist �Hyperventilation�, s. Kasten). Dabei gibt der K�rper n�mlich mehr Kohlendioxid (CO2) ab als physiologisch sinnvoll. CO2 ist aber keineswegs nur ein Abfallprodukt, sondern ein f�r viele k�rperliche Vorg�nge wichtiges Gas (s. Kasten). Sinkt die CO2-Konzentration zu weit ab, versucht der K�rper sich zu sch�tzen: die Atemwege schwellen zu bzw. verkrampfen.
Buteyko wurde auf den sch�digenden Einfluss tiefen Atmens aufmerksam, als er damit beauftragt war, schwerst- und todkranke Patienten zu betreuen. Je tiefer die Patienten atmeten, desto schlechter ging es ihnen. Er besch�ftigte sich daraufhin eingehend mit der Biochemie, die der Atemsteuerung zugrunde liegt, und entdeckte die Bedeutung der Kohlendioxidregulation.
Seine Forschungen betrafen in erster Linie die Atemwegserkrankungen, weil diese sehr schnell durch eine Atemumstellung positiv beeinflusst werden konnten. Buteyko kam jedoch zu der Ansicht, dass eine Vielzahl der heute zu findenden Krankheiten und Beschwerden urs�chlich auf Hyperventilation zur�ckgef�hrt werden k�nnen. Und wenn dies die Ursache ist, k�nnen sie gelindert oder geheilt werden, wenn der Patient sich die Hyperventilation wieder abgew�hnt.
Anfangs stie� Buteykos Theorie auf erheblichen Widerstand in der medizinischen Fachwelt der damaligen UdSSR. Es dauerte bis 1980, also etwa 30 Jahre, bis sie von der sowjetischen Akademie der Wissenschaften anerkannt wurde. Heute werden in vielen Kliniken Asthmatiker, aber auch Menschen mit anderen Krankheiten wie z. B. Bluthochdruck, nach seiner Methode �behandelt�. D. h. sie werden f�r einige Zeit betreut und darin unterwiesen, ihre Atmung umzustellen.
Ein Australier, der 1990 wegen seines Asthmas in Russland in eine Klinik eingeliefert werden musste, brachte die neue Sichtweise nach Australien und Neuseeland, wo bis heute bereits Zehntausende darin unterrichtet wurden. Inzwischen fasst die Methode auch in England und in den USA Fu�. In Deutschland gibt es erst zwei Buteyko-Lehrerinnen, die seit 1999 die Methode weitergeben. Weitere Informationen dazu sind im Internet zu finden unter
www.freiesatmen.de und
www.atemweite.de.
Klinische Studien
Asthma und Verstopfung der Nase (Rhinitis) sind so betrachtet also keine Krankheiten, sondern eine Notfallma�nahme eines K�rpers, der meist unbemerkt - verursacht durch Stress oder andere Faktoren - zu viel atmet. Befolgt man diese k�rperlichen Signale und atmet entsprechend weniger, h�ren die Beschwerden auf. Stellt man seine Atmung dauerhaft um auf ein normales Ma�, treten die Beschwerden kaum noch oder gar nicht mehr auf.
Die Erfahrungen in Australien zeigen, dass �rzte und die pharmazeutische Industrie der Buteyko-Theorie mit erheblicher Skepsis begegnen, auch wenn sie medizinisch-wissenschaftlich ausreichend belegt ist und begr�ndet werden kann. Bisher gibt es nur wenige Ans�tze der Schulmedizin, diese Sichtweise zu pr�fen. Ein Schritt in diese Richtung war eine vor 10 Jahren in Brisbane, Australien, durchgef�hrte klinische Untersuchung mit 40 Menschen, die seit langem an schwerem Asthma litten. Diese Untersuchung belegte mit hoher statistischer Signifikanz, dass eine Umstellung ihrer Atemweise den Asthmatikern nach einigen Wochen des �bens eine Reduzierung ihrer Notfallsprays um durchschnittlich 90% und ihrer vorbeugenden Medikamente (Cortison) um 50% erm�glicht. Weitere Studien werden z. Zt. in England durchgef�hrt.
Es werden wahrscheinlich diejenigen Menschen sein, denen diese Methode hilft, die schlie�lich ihre �rzte bewegen werden, in anderer Weise als bisher auf Erkrankungen der Atemwege zu schauen.
Die Bedeutung von Kohlendioxid (CO2)
Entgegen der landl�ufigen Meinung ist CO2 keineswegs nur ein Abfallprodukt, das bei der Umsetzung des Sauerstoffs in Energie anf�llt. In der Tat spielt es eine wichtige Rolle im K�rper, z. B. als Puffer im S�ure-Basen-Haushalt und bei der Entspannung der glatten Muskulatur. Eine gen�gend hohe Konzentration davon in der Lunge und im Blut ist lebensnotwendig. Der normale CO2-Wert von 40 mm Hg im Blut (Partialdruck) darf nicht zu weit unterschritten werden.
Ein zu niedriger CO2-Gehalt (Hypokapnie) schr�nkt die F�higkeit der roten Blutk�rperchen ein, Sauerstoff an die Zellen abzugeben. Dies ist als Bohr-Effekt seit 1904 bekannt. Chronischer CO2-Mangel hat au�erdem sch�digende Auswirkungen auf nahezu alle k�rperlichen Vorg�nge, f�hrt zu einer geringeren Produktion des k�rpereigenen Cortisons (Kortisol) und schw�cht so das Immunsystem. Das allgemeine Erkrankungsrisiko steigt. Auch die bei Asthmatikern regelm��ig zu findende Entz�ndung der Schleimh�ute in den Lungen l�sst sich darauf zur�ckf�hren.
Auch bei der Atemsteuerung spielt CO2 eine wichtige Rolle. Beim Gesunden enth�lt die Luft in der Lunge etwa 6% CO2 gegen�ber 0,03% in der uns umgebenden Atmosph�re. Dieses Niveau ist f�r unsere Gesundheit notwendig und wird normalerweise durch Regelung der Atemfrequenz und Atemtiefe aufrechterhalten.. Sinkt der CO2-Wert unter 3%, funktioniert der Gasaustausch in der Lunge nicht mehr. Die Atemsteuerung orientiert sich in erster Linie am CO2-Gehalt des K�rpers und vertieft oder beschleunigt z. B. die Atmung, wenn der CO2-Wert zu hoch ist. Es ist also in der Regel nicht der Bedarf an Sauerstoff, der eine Einatmung ausl�st, sondern der �berschuss an CO2. Erst im Notfall, bei tats�chlichem Sauerstoffmangel, tritt die Notwendigkeit der Versorgung mit Sauerstoff an erste Stelle, und verst�rktes Atmen wird ausgel�st.
Wie kommt es zur Hyperventilation?
Normalerweise ist es die Aufgabe der Atmung, den CO2-Stand im K�rper zu regulieren und uns mit Sauerstoff zu versorgen. Bei k�rperlicher Anstrengung zum Beispiel wird in den Muskeln Sauerstoff in Energie umgesetzt und CO2 f�llt vermehrt als �Abfallprodukt� an. Deshalb atmen wir in diesem Fall mehr, auch um den Sauerstoffbedarf zu decken, aber vor allem um den CO2-�berschuss loszuwerden.
Bei einem ruhig ausgef�hrten Atemzug nehmen wir etwa 0,5 Liter Luft auf. Pro Minute atmen wir in Ruhe 12 bis 14mal, setzen als 6 bis 7 Liter Luft um. Das nennt man das �Atemminutenvolumen�. Liegt der Luftumsatz h�her als physiologisch notwendig, spricht man von Hyperventilation. Deren wesentlicher Effekt ist nicht die Zunahme des Sauerstoffs im Blut, sondern die Abnahme von Kohlendioxid. Nach Ansicht vieler Mediziner ist das chronische Hyperventilationssyndrom (CHVS) weit verbreitet.
Symptome sind Schwindel, Brustschmerzen, kalte H�nde und F��e sowie verschiedene psychische Beschwerden: M�digkeit, Schlappheit, Schl�frigkeit, Wetterf�hligkeit, Konzentrationsst�rungen, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, Angespanntheit, �ngstliche oder depressive Symptomatik. Der wesentliche Faktor, der uns zu viel atmen l�sst, ist Stress. Bei jeder Form von Belastung oder Bedrohung sch�ttet der K�rper Hormone aus, die unter anderem auch die Atmung anregen. Des Weiteren kann ein verst�rktes Atmen hervorgerufen werden durch:
* zuviel essen.
* viel reden (eventuell beruflich bedingt).
* tierisches Eiwei�, Alkohol.
* Mineralstoffmangel oder -�bersch�sse, �bers�uerung.
* die Ansicht, tief atmen sei gesund.
* zu warme Kleidung.
Eine sehr informative Erl�uterung des Ph�nomens Hyperventilation und seiner Folgen findet man auf der Internetseite des �sterreichischen Psychologen und Psychotherapeuten Dr. Hans Morschitzky.
www.panikattacken.at
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Dr. Ernst Adams ist Iyengar-Yoga-Lehrer und K�rpertherapeut.
Internet:
www.freiesatmen.de und
www.yoga-praxis.de