Gabriela Leppelt-Remmel – „Wer lacht hält sich länger frisch!“
Hatha-Yoga-Lehrerin & erste und einzige europäische Hasya (Lach) Yoga-Meisterin, Meditations-Leiterin, Produzentin mehrerer Lachyoga-DVDs, Initiatorin und Management des ersten deutschen Lachyoga-Kongresses 2010. Die gebürtige Hamburgerin, Jahrgang 1951, verheiratet, 2 erwachsene Kinder, Lachclub-Leiterin seit 2004, führt seit 2007 laufend zertifizierte Lachyoga-Leiter-Trainings gemäß den Leitlinien der Dr. Kataria School of Laughter Yoga durch. Sie hat sich durch eine Reihe von Fernsehauftritten einen Namen gemacht. Im Interview erklärt sie ihren Weg zum Lach-Yoga und berichtet über seine zahlreichen positiven Wirkungen.
Du selbst hast als Programmiererin, Event-Managerin und als Beraterin für Werbeagenturen gearbeitet. Wie kamst Du eigentlich zum Yoga?
Durch meinen Umzug von Bonn nach Hamburg Anfang der 80er, gab ich das Reiten auf und suchte nach einer neuen Sportart. Ein Zettel auf einem Baum zog meinen Blick an. Ich las von einem Yoga-Kurs, der sich idealerweise auf meinem Arbeitsweg befand. Ich probierte es aus war sofort begeistert. Das hatte allerdings noch keinerlei Auswirkungen auf meine berufliche Tätigkeit. Ich verlor Yoga sogar eine Zeitlang aus den Augen. Mein übermäßiges Arbeiten am PC und der Stress, den ich mir aus heutiger Sicht selbst gemacht habe, verursachten Bandscheibenvorfälle in der HWS und Schmerzen in den Handgelenken. Als ich "austherapiert" war und immer noch mit Schmerzen herumlief, wollten mein Arbeitgeber und ich, dass wir uns voneinander trennen. Etwas Neues musste her, um meinen Drang nach Aktivität zu befriedigen. Ich besann mich wieder des Hatha-Yogas und entdeckte zeitgleich Lachyoga. Lachyoga faszinierte mich geradezu und ich begann, mich intensiv diesem Thema zu widmen.
Was für eine Art von Yoga unterrichtest und lehrst du?
Ich unterrichte den integralen Yoga nach Sivananda und Lachyoga.
Wofür steht "Lachyoga"?
Für chronisch gute Laune. Nein, ganz im Ernst, Lachyoga steht für Gesundheit, Lebensfreude und Freundschaft. Welche Herausforderungen gab es für Dich? Ich übte gerade die Asanas mit besonderer Achtsamkeit, die dort am meisten zu spüren waren, wo der Schmerz saß. Langes Sitzen im Lotus-Sitz, der Drehsitz, die Vorwärtsbeuge und die Krähe waren für mich die schwierigsten Übungen und zugleich diejenigen, die mich von den Schmerzen und nicht wenigen Denkblockaden befreiten. Das Lachen gab mir enormen Schwung, Herausforderungen mutig und sorglos anzunehmen. So gründete ich Ende 2004 den ersten Lachclub, begann Vorträge zu halten, gab Workshops und alles bekam eine Eigendynamik.
Wie hast Du die Entwicklung des Yoga in Deutschland in den letzten 20 Jahren miterlebt?
Yoga wurde vor 20 Jahren als etwas Exotisches beäugt. Ängste vor allem, was fremd ist, haben sich auch auf Yoga übertragen. Noch heute existieren solche Vorstellungen wie, Yoga wäre eine Art Sekte. Aber insbesondere der fast akrobatische Anspruch, der auf bildlichen Darstellungen vermittelt wurde und wird, schreckte viele Menschen ab. Yoga schien nur für schlanke, schöne, Gazellen gleiche Wesen gemacht zu sein. Doch wer sieht schon so aus? Dennoch war und ist Yoga nicht aufzuhalten. Die Ausbildungs-Angebote für Yoga-Lehrer wurden immer professioneller. Immer mehr Yoga-Richtungen haben sich etabliert, wodurch eine Fülle von Angeboten entstanden ist. Heute kann man überall Yoga praktizieren.
Warum ist eigentlich alle Welt verrückt nach Yoga?
Heute sind schon 30-Jährige aufgrund von falschen Idealen und Zielen überreizt und ausgebrannt. Das Bedürfnis unserer Zeit nach Entspannung, Ganzheit, Energie und Lebenssinn wird von keiner anderen Methode so umfassend beackert.
Vinyasa, Iyengar, Sivananda, Jivamukti, Yoga für Kinder, Lachyoga, Yoga für Senioren oder Anusara-Yoga: weshalb gibt es diese schier unendliche Anzahl von Yogastilen und Richtungen?
Die Menschheit ist bunt und vielfältig. Die Yogastile spiegeln das wider. Yoga ist flexibel und dynamisch und holt die Menschen dort ab, wo sie sind.
Erzähle uns etwas über Deine erste Begegnung mit Dr. Madan Kataria und Madhuri!
Diese Frage bringt mein Herz zum Lachen:-) Upps, eine Lach-Träne kullert mir gerade über die rechte Wange. Madhuri und Madan haben alle Schleusen der Heiterkeit in mir geöffnet... Es war, als wenn ein Damm gebrochen wäre. Sie haben mir einen neuen wunderbaren Weg offenbart, der wie für mich geschaffen war. Ich durfte erleben, wie alles von mir abfiel, wie ich mich mit der Gruppe verband, wie tief entspannend und auch wie erschöpfend das Lachen war. Nie zuvor hatte ich eine derartige Befreiung erlebt. Ich fühlte mich wie neu geboren.
Gibt es Yoga-Übungen, die besonders Lachyoga auszeichnen, mal abgesehen vom Lachen?
Es gibt Hunderte von Lachyoga-Übungen, die allesamt Namen haben. Sie heißen z.B. Begrüßungs-Lachen, Geisha-Lachen, Jackpot-Lachen, Guru-Lachen, Handy-Lachen, Löwen-Lachen u.v.m. Hierbei werden simple typische Bewegungsabläufe nachgespielt und die Begleitmusik ist immer das Lachen. Beim Begrüßungs-Lachen gibt man sich die Hand, schaut sich an und lacht dazu auf seine Weise. Beim Geisha-Lachen wird das Gesicht hinter den Händen (wie hinter einem Fächer) versteckt, aber du schaust immer wieder zwischen den Fingern hervor und kicherst schüchtern. Während einer Lach-Meditation lässt du das Lachen einfach tief aus dem Bauch und dem Herzen kommen und es kann minutenlang anhalten. Die meisten Übungen leben von der Interaktion in Kombination mit gespieltem Glück. Das ist sehr ansteckend.
Das ganze Interview findet Ihr hier.Wer Erfahrung mit Lach-Yoga gemacht hat, kann sie hier gerne teilen!