Hallo,
ich plane demnächst individuellen Yoga Einzelunterricht für Berufstätige zuhause zu geben.
Ich wohne in einer Großstadt und habe mich bereist erkundigt, wieviel man für den Einzelunterricht hier berechnet. Allerdings wird dieser im Yogastudio gegeben. Ich möchte aber zu den Schülern nachhause fahren und frage mich:
1) Wie hoch kann der Preis für eine Yogastunde sein, a) 60 Minuten, b) 90 Minuten
2) Wie sieht das mit den Anfahrtskosten aus? Welche nehmen und wenn ja, wie hoch sollten diese sein?
3) Wie sieht das mit der Rechnung aus? Wird dort auch eine erstellt für den Schüler? Erfahrungswerte von Euch, erwarten die Schüler eine Rechnung?
Ja, es würde mich interessieren, ob jemand von Euch Einzelunterricht beim Schüler zuhause gibt und wie Eure Erfahrungswerte dazu sind.
Danke für jede Erfahrung. :-)
Liebe Grüße
Yogini
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Permalink Kommentiert von Ella am 19. Februar 2011 um 5:57pm Ich habe 40 Euro gezahlt für 90 Minuten, im Yogastudio. Drunter sicher nicht, nach oben Verhandlungssache. Rechnung gehört auf jeden Fall dazu, zumindest anbieten.
Ach ja, und ich wüsste niemanden, der das bereits anbietet, vermutlich weils die Sache noch aufwendiger macht - und rechnen tut sichs halt sowieso schwierig als Freiberufler - soweit ich das mitbekomme.
Und jemanden in die eigene Wohnung zu lassen... ist auch nicht jedermanns Sache.
Viel Erfolg :-)
Ella
Permalink Kommentiert von Ulrike von Ameln am 20. Februar 2011 um 7:20pm Hallo Ulrike,
finde 12,- Euro sind schon sehr wenig, man muss sich ja auch vorbereiten.
Yoga sollte auch nicht zu günstig (und damit = billig) werden, es gibt immerhin Yogalehrer, die gute Arbeit leisten und davon leben möchten.
Wenn es gute Bekannte sind find ich das schon ok.
Ich kenne Einzelstunden-Preise von 40 - 50 Euro für 60 Min und finde das auch angemessen.
Gruß Nicole
Hallo Ulrike,
ich finde auch 12 Euro sind sehr wenig für die Stunde.
Wenn ich all meine Ausbildungskosten einmal zusammenrechne- von der Yogalehrerausbildung, Weiterbildungen etc. komme ich schon allein auf über 12.000 Euro. Nicht dazu gezählt, die Bücher, die Vorbereitungen, Druckkosten, Flyer, baldige Homepage etc. etc.
Ich möchte gerne einmal davon auch leben und von 12 Euro Brutto bleiben vielleicht maximal 2- 3 Euro Netto raus. Dann müsste man zusätzlich Hartz4 beantragen.
Oder wenn man es ganz umsonst geben möchte, wie Du es sagst, dann müsste man sich unter einer Brücke einen Zeltplatz suchen, Krankenkassenversicherung, Rentenversicherung, regelmäßige Nahrungsaufnahme etc. aufgeben und dort umsonst- rein sattwisch und yogisch- unterrichten. ;-)
Wäre das etwas für Dich? :-)
Das mit dem reisen zu Fremden kann ich nachvollziehen. Bei Frauen habe ich so nicht das Problem, bei Männer dann schon. Ich bin auch am überlegen, wie ich das zukünftig meistern kann. Selbst wenn man ein Yogastudio hat und man ist allein mit dem Schüler....
Liebe Grüße
Yogini
Permalink Kommentiert von Ella am 22. Februar 2011 um 11:29am Am besten wärs glaub ich, Frauen unterrichten Frauen, und Männer Männer. Ansonsten ist das Thema der zwischenmenschlichen Anziehung vermutlich nie ganz auszuschließen - auch wenn erwachsene Menschen damit in der Regel souverän umgehen sollten... (Und gerade im Yoga doch so viel Probleme auftauchen, möglicherweise aufgrund des für viele sehr ungewohnten intensiven körperlichen und geistig-spirituellen Näheerlebens - "Alles ist Eins").
Doch da sowieso vor allem Frauen Yoga praktizieren in Deutschland, dürfte sich das Problem "Allein mit männlichem Yogaschüler" nicht zwingend stellen. Ob Männer in Deutschland mehr berufstätig sind und mehr verdienen und damit eine lohnendere Ziegruppe sind, sei dahingestellt. Auch das wäre ein Grund, als Yogini (und Vorbild für andere Frauen) realistisch zu bleiben bei der Preisgestaltung! Hartz IV, Abhängigkeit vom Ehemann/der Ehefrau oder die Altersarmut - durchaus wohlbekannte Schreckgespenster in meinem Freundes- und Bekanntenkreis.
Liebe Grüße,
Ella
Was ist denn für Dich realistisch? Für beide Seiten selbstverständlich?
Ein Hartz4 Empfänger hat maximal 6- 7 Euro am Tag zum leben. Wieviel könnte dieser für eine private Yogastunde bei sich zuhause ausgeben? Wieviel benötigst Du, um den Aufwand, Fahrtkosten, Vorbereitung, Nachbereitung, Miete, Versicherungen, ect. zu abzudecken?
Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit. Man bietet Privatyogastunden zu dem allgemeingültigen Satz an. Bei uns sind es zwischen 60- 75 Euro die Stunde, allerdings im Yogastudio. Wenn man genug verdient, kann man an sich ein Arbeitslosenzentrum wenden und dort kostengünstig Yoga anbieten. Ich habe bereits Hartz4 Empfänger/Arbeitslose unterrichtet.
Man selber sollte sich nicht ganz aus dem Auge verlieren. Denn um anderen etwas geben zu geben, muss man selber "voll" genug sein. Und Geld ist auch eine Art von Energie. Ich tausche eben aus. Denn wenn man kein Geld verdient, kann man sich auch nicht das Bahnticket leisten, um zu der Person nachhause zu fahren um sie dort zu unterrichten.
Oder ist hier jemand die gerne unter der Brücke schläft und alles verschenkt? Ich denke nicht.
Mit der zwischenmenschlichen Anziehung sehe ich es so. Es gibt auch unter den Yogalehrern und Schüler durchaus Homosexualität.
Man kann das natürlich zu einem Problem machen, aber ich sehe keins.
Mein Abschlussappell ist folgender:
Sich nicht zu preiswert zu verkaufen. Yoga nicht zum Markendiscountpreisen anzubieten. Denn es gibt viele, die möchten davon auch leben und diese Möglichkeit sollten sie auch erhalten. Wir haben in vielen Bereichen schon Lohndumpingpreise erreicht und müssen diese nicht im Yogabereich fortsetzen.
Wer sich sinnvoll engagieren möchte und gleichzeitig diejenigen die sich selbstständig als Yogalehrer gemacht haben, nicht zu ruinieren kann in Arbeitslosenzentren Yogastunden kostengünstig anbieten.
So macht man beiden ein Geschenk!
Liebe Grüße
Yogini
Permalink Kommentiert von Melanie Reimering am 22. Februar 2011 um 1:29pm Namaste, ich bin ja auf Einzel-Unterricht "spezialisiert". Habe fast 1 Jahr auf "Hausbesuchsbasis" Yoga angeboten. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich so nie wieder Yoga unterrichten wollen. Mittlerweile habe ich wieder eine Praxis und "meine Leutchen" kommen zu mir. Ab und zu "besuche" ich heute z. B. Schwangere zuhause (wenn sie mal nicht in die Praxis kommen können) und biete Yoga an. Auch für langjährige Teilnehmer/innen würde ich heute noch eine Ausnahme machen. Als zusätzliches Angebot kann es sicher (dir) nicht schaden. Nur auf dieser Basis Yoga anzubieten, wird aber wohl zu anstrengend, körperlich und mental. Nicht zu unterschätzen ist der "organisatorische Aufwand", auch der Zeitdruck (fremde Umgebung, evtl. verfahren?, Parkplatzsuche)... etc. Außerdem, wollen viele wirklich zu dir kommen und nicht umgekehrt! ;-) So, jedenfalls meine Erfahrung. Zu den Kosten -da kommt es darauf an, ob du einen "Komplett-Kurs" (z. B. 8-10 Std.) vereinbarst, oder wirklich "nur" Einzelstunden nach Bedarf/Wunsch. .
Hoffe, es klappt alles zur Zufriedenheit! Melanie :-)
Hi Melanie,
das ist sehr interessant.
Wieviel hast Du denn die Stunde genommen und wie hast Du es mit den Fahrtkosten gehandhabt?
Hast Du auch Männer zuhause besucht? Hast Du Rechnungen geschrieben? Können die Schüler diese mit der Krankenkasse verrechnen?
Eine eigene Praxis zu haben, wäre auch schön. Allerdings fehlen mir die Finanzen dazu. :-(
Liebe Grüße
Yogini
Permalink Kommentiert von Melanie Reimering am 25. Februar 2011 um 9:00am Hi Yogini,
hmm, ich liege "preislich" etwas über die in meiner Stadt üblichen Kurskosten.
Die "Preisgestaltung" hängt ja von vielen Faktoren ab (Großstadt, Land, Kurskosten weiterer
Yogalehrer, eigene Räume etc.). Meine Kurse kosten zwischen 130-150 Euro, Schwangeren-Yoga weniger (da weniger Std.) und ich empfehle immer eine (nicht kostenlose) Probestunde.
Das habe ich auch in meiner "Hausbesuchszeit" gemacht. Ich habe während dieser Zeit auch keine Einzelstunden (bis auf Probestunden) vereinbart, sondern "Komplett-Kurse".
Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, dass Krankenkassen deine Kurse bezuschussen (würden), ist das sicher toll. Ich weiß nicht, ob Kosten für "Yoga-Hausbesuche" bezuschusst werden. Ich denke mal nicht. Ich war nicht nur als Yoga-Lehrerin "unterwegs", sondern habe zusätzlich psychol. Gespräche angeboten.
Ich bin zu der Zeit in meiner Stadt geblieben (Ausnahme 1-2 langjährige Teilnehmer), ansonsten
wäre mir die Fahrerei zu anstrengend (und teuer) geworden, aber das ist vielleicht Einstellungssache.
Ich war auch viel an Wochenenden unterwegs...
Unterrichtet habe ich Frauen...
Meine Zeit der "Hausbesuche" habe ich immer als Übergang gesehen... und biete diese heute -auf
Wunsch- gerne, aber nicht mehr ausschließlich an.
Vielleicht ist diese "Arbeitsweise" trotzdem für dich ja genau richtig, so wirklich konnte ich mich damit anfreunden.
Herzliche Grüße, Melanie
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