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Bei einem Telefongespräch mit ihrer Schwester gesteht Dr. Kristin Sheperd dieser, dass sie vor dem Besuch einer neuen Yogaklasse oder nach einer längeren Pause immer fürchterlich nervös ist. Und selbst, wenn sie schon lange nicht mehr in ihrem angestammten Yogastudio war, wo sie doch eigentlich alles kennt, dann taucht diese Nervosität auf, als wäre ihr all das völlig unbekannt.



„Na und“, antwortete ihre Schwester unbefangen und schildert, dass sie diese Nervosität vor jeder einzelnen Yogastunde verspürt. Nun mag man sich wundern, dass beide dieses Problem so gut kennen und warum sie dann überhaupt Yoga machen. Schließlich ließen sich solche Situationen vermeiden, wenn man auf der heimischen Matte bleibt.

Kristin jedenfalls hört neidisch zu, wenn Mitglieder ihrer Gruppe sagen, dass sie sich an keinem Ort der Welt so aufgehoben fühlen, wie in der Gruppe auf der Yogamatte. Für sie entspricht das keinesfalls den Tatsachen, denn am wohlsten fühlt sie sich zu Hause auf der eigenen Matte und ganz ohne die Gegenwart anderer Teilnehmer. Und doch kehrt sie immer wieder zurück in diese Gruppen, da ihr die Hilfe und die Hinweise der anderen Teilnehmer und des Lehrers bei der Yogapraxis fehlen würden, wenn sie ausschließlich im Sonnengruß um sich selbst kreisen würde.

Und, wer von euch kennt diese Nervosität auch? Kristin überfällt sie, wenn sie nur an die Stunde denkt, wenn sie dorthin fährt, wenn sie ihre Matte ausrollt und sobald sie aber auf ihrer Matte landet, verfliegt dieses negative Gefühl genau so schnell, wie es aufgetaucht ist.


Kristins Schwester vermutet bei sich selbst, dass es daran liegt, dass sie in einen unbewussten Wettbewerb mit den anderen Teilnehmern einsteigt. Sie will deshalb alle Übungen perfekt ausführen und sie möglichst besser und länger halten als andere. Und sie will dabei auch noch eine gute Figur machen. Davon ist Kristin weit entfernt, denn schließlich will sie mit 49 nicht mehr aussehen wie ein Teenager. Und trotzdem wünscht sie sich zu Beginn eben lieber weit weg von dem Ort, an dem sie sich befindet. Und sie hofft, dass es noch andere gibt, denen es ebenso geht. Dann wäre sie nicht allein damit.

Nach einem Artikel von Dr. Kristin Shepherd, erschienen im amerikanischen Yoga Journal.

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Mir geht es genauso. Ich freue mich die ganze Woche auf die Yogastunde (wird wohl Zeit die Kurszahl pro Woche zu erhöhen), bin jedoch etwa ca 60 bis wenige Minuten vor der Stunde nervös. Ich bekomme es einfach nicht weg. Das einzige ist, dass es nicht mehr so schlimm wie vor der allerersten Stunde und nicht jede Woche gleich ist. Da hilft kein Meditieren, keine Atemübungen. Einfach akzeptieren und als positive Aufregung und nicht als angstschürende Nervosität betrachten ist das einzige was zumindest ein wenig hilft. Bin ich aber erstmal da, könnte ich ins Yogazentrum ziehen! Dann will ich gar nicht mehr weg!

Ich kannte dieses Gefühl vor vier Jahren auch. Und es war richtig schlimm bei mir, denn mir war sogar teilweise schlecht vor Aufregung. Aber als ich dann auf der Matte einige Minuten saß war dieses Gefühl wieder weg. Das ging ein halbes Jahr so... Ich habe aber schnell herausgefunden woran das lag, erstmal war es damals dieses Anfängergefühl und dieser furchtbare Ehrgeiz alles gut machen zu müssen und alles zu können :)

Dann habe ich meine Umgebung während der Yogastunde genauer betrachtet um darin vielleicht auch noch einen Grund zu finden weshalb ich mich so fühlte. Die Teilnehmer waren alle super nett, das war es nicht. Auch die Lehrerin war super! Doch dann viel mir der Spiegel auf der direkt vor uns war, jeder konnte jeden sehen und man sich selbst auch und das hat mich unbewusst schon gestresst. Man hat seine eigenen Fehler gesehen und hat andere dabei beobachten können wie gut oder schlecht sie es machen. Dann war es noch so, dass die Anfänger ganz nach vorne sollten (ich zählte damals noch dazu) und man somit von jedem beobachtet wurde, zumindest fühlte sich das so an.

Als ich das feststellte wechselte ich meinen Platz - ich war dann so weit hinten, dass ich mich nicht selbst im Spiegel sah und somit auch nicht mehr ganz vorne stand und das Gefühl hatte alle würde mich beobachten.

 

Ich denke wirklich, das einen das Gefühl der Nervosität überkommt, weil man sich Gedanken darüber macht, dass man wieder beobachtet wird und vielleicht Fehler macht.  Vor allem wenn man Anfänger ist. Manchmal ist es auch der falsche Platz der einen die Nervosität bringt, ein Platzwechsel hatte mir geholfen. Manchmal ist es sinnvoll alles aus einer anderen Perspektive zu betrachten!

 

Heutzutage macht es mir nichts mehr aus ganz vorne zu stehen. Ich konzentriere mich nur auf meinen Körper und wenn ich Fehler mache, dann passiert es nun mal...das wird jedem passieren. Ich finde die Gesellschaft versucht einen immer diesen gewissen Ehrgeiz zu suggerieren, das mag im Alltag vielleicht ganz gut sein, aber auf der Matte sollte man versuchen das ganze etwas abzulegen. (wenn man kann)

 

Liebe Grüße, Angi

Mhmmm .. es kann noch vorkommen, manchmal muss man siche infach die Batterien aufladen

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