Die Traditionen des Yoga sind Grundlage fast aller Programme, die heute die Praxis bestimmen und doch kann man sie deshalb kaum mehr als traditionellen Yoga betrachten. Etwa auf 150 Jahre Geschichte blicken die Yogapraxen zurück und haben daher nur lose Verbindungen zur indischen Tradition. Das gilt selbst für die inzwischen westlich orientierten Schulen Indiens.
Dabei fußen die Lehren auf drei Yogatypen der Moderne. Zum ersten ist das der körperzentrierte Yoga, weiter der Verbandsyoga und der neohinduistische, der auf religiöse Motivationen zurückblickt. Um hier einen Zugang zu finden, bedarf es einer längeren und dauerhaften Bindung an den engen Kreis, bevor man wirklich Teil des Ganzen werden kann.
Zwar steht beim körperzentrierten Yoga die Spiritualität als Erfahrung im Vordergrund, die tiefe Verbindung zum Hinduismus und seinen Gottheiten fehlt aber allzu oft. Beim Verbandsyoga scheint der Hinduismus gänzlich außen vor zu bleiben und indische Yogaschriften dienen nurmehr der Inspiration, nicht aber der Identifikation. Selektive Verarbeitung der Schriften bewirkt, dass sich jeder Yogi bestimmte Teile herauszieht, die zu ihm passen.
So ist auch die Stellung des Gurus oder das Vorhandensein desselben stark von der Prägung des Yoga abhängig. Besser wäre es, wenn man die Wurzeln nicht nur auszugsweise für sich nutzt, sondern auch den Ursprüngen des Yoga mit Ehrerbietung begegnet, so Dr. Fuchs.
Leider hat die esoterische Bewegung häufig auch starken Einfluss auf die Praxis des Yoga, denn Spiritualität wird dort reduziert auf Effekthascherei, die den Menschen keine wirkliche Sinnsuche möglich macht. Solcherlei Yogapraxis ist nicht wirklich befriedigend. Der wahre Yogi sollte standhaft im spirituellen und wirklichen Leben stehen.
Wer nun aus den verschiedenen Formen des Yoga scheinbar wahllos das nimmt, was ihm zusagt, der kann daran nicht wachsen, sondern entwickelt ein Konsumverhalten gleich einem Kunden einer Wellnessoase. So werden Lebenswirklichkeit und Lebensproblematik verdrängt und nicht aufgearbeitet. Wo bleibt da der Fokus auf das, was das Leben uns abverlangt? Trotzdem ist es möglich auch beim modernen Yoga einen individuellen Weg zu finden, an dem der Praktizierende wachsen kann und den eigenen Lebenssinn entdecken wird, wenn er mit gebotener Vorsicht diesen Weg beschreitet. Dann wird auch moderner Yoga seinem Namen gerecht werden.
Nach einem Artikel von Arno Plass in Yoga Aktuell.
Tags:
DIESER BEITRAG WURDE BISLANG 17x ANGESCHAUT
Event gepostet von Annette© 2012 Copyright howtobegood | Tipps der Redaktion: Yoga-Forum | Yoga-Kurse | Yoga-Magazin | Vegetarier-Forum | Werbeagentur Münster