Beliebter denn je sind heute gebratenes Hühnerfleisch oder Schweineschnitzel in Japans Küchen gegenwärtig und zahlreiche, von den westlichen Ländern inspirierte Fastfoodtempel überziehen das Land der aufgehenden Sonne.

Die Traditionen Japans jedoch beweisen in einem Rückblick, dass eine nahezu fleisch – und fischlose Ernährung praktikabel und gesund sind. Es gibt kein Land auf dieser Erde, das stolz so viele Hundertjährige präsentieren kann, wie Japan. Rund 20.000 Japaner sind in methusalemschen Alter. Religion und Ethik, bestimmt von den jahrhundertealten Gesetzen des Landes, ließen die Japaner stets Rücksicht auf Tiere nehmen und diese lediglich als Haus – und Arbeitstiere einsetzen. Schon im Jahre 645 erließ Kaiser Temmu, orientiert an den chinesischen und buddhistischen Traditionen, das Verbot des Fleischverzehrs. Sein Nachfolger verbot die Vogelhaltung und befahl deren Freilassung, während Kaiser Seimu im Jahr 721 auch noch verbot, ausgediente Nutztiere zu töten.
Der erste Deutsche, der je nach Japan gelangte, empfand diese Zustände als paradiesisch und beschreibt in seinen Schriften die japanische Haltung. Doch der Tierschutz trieb Ende des 17. Jahrhunderts seltsame Blüten, denn der damalige vierte Shogun verbot nun auch das Töten jeglichen Tieres, darunter auch Insekten. Die Überlieferung berichtet davon, dass einst ein Samurai hingerichtet wurde, weil er eine Mücke erschlagen habe.
Die Intervention der Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg brachte den Japanern auch die tägliche Schulspeisung, die natürlich nach westlichen Gepflogenheiten Milchprodukte und Fleisch beinhaltete, so dass die Japaner mehr und mehr von ihrer tierschützenden Haltung der Vorzeit abwichen. Aber um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, erschien im März 2005 das Buch „Leichenschmaus“, das als Buch über Tierrechte die japanische Gesellschaft mit dem Gedanken vertraut macht, dass Tiere auch heute schützenswert sind.
Weltweit hoffen nun die Tierschützer, dass auch in Japan dem Morden und der Quälerei ein Ende gesetzt werden kann. In dem Land, das den Tierschutz eigentlich in seine Annalen graviert hatte, unter westlichem Einfluss aber falsche Wege einschlug.
Nach einem Artikel des VEBU, siehe auch "Wie der Westen ein vegetarisches Land zerstörte..."

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Permalink Kommentiert von k* am 23. November 2010 um 8:35pm
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