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Habe kürzlich eine Anfrage bekommen, ob ich nicht auch Yoga und Meditation, bzw. Entspannung mit Behinderten machen könne.
Ich selbst bin Kundalini Yogalehrer und unterrichte schon seit fast 2 Jahren. Selber habe ich noch keine Erfahung mit Behinderten und Yoga gemacht. Es würde mich aber reizen, auf diesem Gebiet mich weiter zu entwickel.
Kann mir jemand mehr über Yoga mit behinderten Menschen, körperlich, sowie geistig berichten?
Worauf solle ich besonders oder muß ich achten? usw.
Würde mich über eure Rückmeldungen sehr freuen.

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Hallo Mathias,
mein Name ist Brigitta, bin seit 5 Jahren Yogalehrerin und arbeite hauptberuflich seit fast 30 Jahren in der Betreung von Menschen mit geistiger Behinderung.Die Menschen die ich in unserem Wohnhaus unterrichte sind mir gut bekannt, d.h. ich kenne ihre Behinderungen und Einschränkungen . Diese Menschen leiden oft an mehrfach Behinderungen, d.h. gleichzeitug an geistigen,psychischen und /oder körperlichen Defiziten.Für mich waren folgende Punkte immer sehr wichtig
--Vorgespräche mit den Eltern oder Betreuern
--Kenntnisse über Krankheiten-- Form der Behinderung--evt. Einnahme von Neuroleptika---Neigung zu Epilepsie
---Depression---Autismus( Vorsicht mit Phantasiereisen die mit Wasser zu tun haben,--immer nur kurz halten!)
---kleine Gruppen
---Kurze Anfangs-und Endentspannungen
--- Vorsicht bei Klangschalen und Autisten, können sich dann verkrampfen-erstarren
---immer sehr beim direkten Körpergeschehen bleiben
---Viele Hilfsmittel einsetzen.z.B. rote und blaue Aufkleber für rechts und links- Stühle für Gleichgewichtsübungen zum
festhalten--Sandsäckchen in Gelb um Schwere auf Solarplexus zu bringen und deutlich spüren zu können, leichte
Federn oder Tischtennisbälle für Atemübungen
---man kann sich gut am Kinder Yoga orientieren , um mit spielerische Elementen die Sache spannend zu halten
--nur 60 Minuten für eine Yogastunde- sonst verliert sich die KONZENTRATION
--- meine Bewohner lieben das Mantra singen, sie singen sofort aus dem Herzen- Ich war auch schon 4 ,al mit ihnen zum Yoga vidya Haus in Bad Meinberg-- ein tolles Erlebniss für ALLE
Ich wünsche Dir viele gute,manchmal auch sehr lustige Begegnungen!! Und eine gehörige Portion Anfängergeist
Brigitta
Hallo Brigitta,
mein Name ist Mandy, ich habe mich sehr gefreut Deinen Artikel gefunden zu haben(bin sofort Mitglied im Yogapad geworden) da ich das gleiche "Problem" wie Matthias habe.Auch ich möchte gerne Menschen mit verschiedene Behinderungen Yoga nahe bringen. Leider gibt es so gut wie gar keine Lektüre darüber und so wollte ich Dich fragen, ob Du mir Bücher empfehlen könntest.Habe bei Yoga Vidya vor 8 Jahren meine 2jährige Ausbildung gemacht und unterrichte seitdem Yoga . Würde mich sehr freuen von Dir zu hören.
Om Shanti
Mandy
Interessanter Beitrag. Danke.
Danke dir!

Hallo Brigitta,

Ich bin auch yogalehrerin in Ungarn. Ich besuche gerade ein kurs ca kann ich so übersetzen behinderten paadagogin. Und seit ein paar monate arbeite ich in eine sozialheim, wer geistig behinderte Leute leben. Mein ziel waare die 2 beruf irgendwie kombinieren. Aber ich bin noch sehr in die anfang. Für meine kurs must ich ein kurzere publikation schreiben. Und natürlich möchte ich über yoga und behindrung schreiben. Du hast schon bestimmt viele erlebnisse. Eventuell könntest du mir bitte noch einige tipps geben. Internetseite, bücher usw. Vielen dank in voraus. Monika

erdelyimonika7227@gmail.com

ps: verzeihung, aber mein deutsch schrecklich

Fände ich eine interessante Aufgabe, Yoga mit Behinderten.
Hallo Brigitta, danke für deinen Erfahrungsbericht. Er ist zwar schon etwas älter, ich fand ihn aber sehr inspirierend.

http://www.pro-relax.com            http://www.yoga-fuer-behinderte.de

Hallo Matthias,

Achten  mußt du zuerst mal auf Kontraindikationen, um nicht zu schaden. Absolute gibt es nicht, da das Yogaspektrum ja so breit ist (ich denke auch an Savasana, Kirtansingen, Meditation, Pranayama), aber  relative, d. h. bestimmte Übungen darfst Du nicht machen lassen. Viele kennst Du ja sicher schon, z. B. keine Umkehrstellungen bei erhöhtem Augeninnendruck usw. Ein Shunt ist nach meinen Erkundigungen keine Kontraindikation, aber natürlich sollte der Druck nicht auf das Ventil kommen. Bei Muskeldystrophie darfst Du z. B. keine Dehnungen machen, bei Reflux keine Umkehrstellungen und Vorsicht mit Druck auf den Bauch, Vorsicht auch, wenn die Sensibilität gestört ist, z. B. bei Querschnittslähmung / Spina bifida. Feueratem bei paradoxer Atmung halte ich für sehr bedenklich. Am besten läßt Du Dir eine ärztliche Bescheinigung für den Teilnehmer geben.

Ansonsten kannst Du grundsätzlich alles machen lassen im schmerzfreien Raum. Der Einsatz von Decken, Kissen ... ist empfehlenswert. Ich würde mit Savasana, einfachen Dehnungen im Liegen und leichten Atemübungen beginnen.

Mit kognitiv fitten Erwachsenen zu beginnen ist am einfachsten, diese können sich beim Arzt erkundigen und entsprechend aufpassen, außerdem können sie dir gut Feedback geben.

Bei geistiger Behinderung wirst Du eher in Richtung Kinderyoga gehen auf einfachem Niveau. Die Vermittlung positiver Bilder und Vorstellungen, die Verbesserung des Kontakts zum eigenen Körper sowie der Aufmerksamkeit in Verbindung mit Bewegung sind hier wichtig. Musik, Singen, Sinnlich Erfahrbares (konkrete Gegenstände usw.) sind beliebt.

Ich selbst arbeite als Physiotherapeutin und Yogalehrerin seit 7 Jahren mit auch schwerstmehrfachbehinderten Kindern. Diese Arbeit fördert die Kinder auf allen Ebenen, gibt ihnen viele positive Impulse, hilft gegen Sekundärschäden (´z. B. Kontrakturen) und macht ihnen Spaß. Näheres unter www.pro-relax.com 

Viel Erfolg,

Marion Weiß 

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