Obwohl Yoga ursprünglich von Männern ausgeübt wurde, ist bei uns der Frauen-Anteil in den Kursen noch immer deutlich erhöht. Doch viele der Asanas sind eher statisch, werden lange und geradlinig gehalten. Diese starren Haltungen entsprechen, laut Yin-Yang-Prinzip, allerdings überhaupt nicht den typischen fließenden Bewegungsabläufen von Frauen. Mittlerweile gibt es aber viele Yoga-Stile, die speziell auf die weiblichen Bedürfnisse abgestimmt sind – was allerdings nicht bedeutet, dass Männer weniger Freude daran haben.
Voll im Trend liegt zurzeit beispielsweise Hormon-Yoga, das sich vor allem für Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden, mit Kinderwunsch oder mit hormonellen Störungen eignet. Denn durch die genaue Abfolge bestimmter Asanas in Kombination mit einer ganz besonderen Atemtechnik wird das gesamte Drüsensystem angeregt. Die Hormone gelangen wieder in Fluss und kommen auf diese Weise ins natürliche Gleichgewicht.
Beim Chi Yoga hingegen werden die runden und fließenden Bewegungen meist von Musik begleitet, um so die heilsame Wirkung auf die Gesundheit auszunutzen. Die Asanas gehen wellenförmig ineinander über, wodurch sich besonders leicht neue Energie und Lebenskraft aufbaut.
Sehr anmutig ist der ebenfalls fließende Yoga-Stil Triyoga. Hierbei werden die Asanas mit gesundheitsfördernden Atemübungen (Pranayamas) kombiniert. Gleichzeitig spielen Handhaltungen (Mudras) eine große Rolle, die den körpereigenen Energiefluss begünstigen.
Sehr körperbetont ist auch Anusara Yoga, bei dem spiralförmige Prinzipien den Lebensfluss wieder ins Gleichgewicht bringen. Dieser Yoga-Stil gilt als sehr lebensbejahend, da alle Übungen darauf ausgerichtet sind, das Herz zu öffnen und die eigene Mitte zu finden.
In ihrem Buch „Yoga für die Frau“ geht Gita S. Iyengar ebenfalls auf die Bedürfnisse und besonderen Aspekte der Yoginis ein. Sie verdeutlicht, dass einige Yoga-Praktiken mit ihren wellenförmigen und spiraligen Bewegungsabläufen hormonelle Vorgänge verbessern, Heilprozesse beschleunigen und die Liebesfähigkeit steigern.