Modeschöpfer und Designer entwickeln immer neue Möbel, Kleidung und Accessoires, die zur Entspannung und Erholung im stressigen Alltag beitragen sollen. Denn sie haben die positive Wirkung, die Yoga und Meditation auf die Menschen ausübt, längst erkannt. Ob kleine Buddha-Figuren für die Lounge, Kamine für das eigene Wohnzimmer oder Zengärten zum Spazieren und Erholen – die Produkte kommen bei Yoga-Anhängern, Alltagsgestressten und Trendbewussten gleichermaßen gut an.
Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden wird von den Trendsettern heute unter dem Wort „Homing“ zusammengefasst, Fengshui-Ratgeber und fernöstlich inspirierte Design-Bücher helfen bei der Wahl der passenden Einrichtungsgegenstände. Spärliche Möblierung scheint dabei zurzeit die Methode der Wahl. Aber auch Räume innerhalb anderer Räumlichkeiten zu schaffen, gilt als sehr meditativ und entspannend. So gibt es abgeschirmte Ruhezonen, die sich innerhalb der Büroräume befinden. Hier können die Mitarbeiter ihr „Powernapping at work“ halten, um nach diesem Nickerchen gestärkt weiterzuarbeiten. Aroma-DJs liefern auf Partys zu jeder Musik den passenden Duft, Restaurants sind mit Betten und Meditationsmatten ausgestattet.
Peter Wippermann vom Hamburger Trendbüro weiß, dass solche Produkte Ausdruck des gestiegenen Leistungsdrucks sind. Sein Kollege, Norbert Bolz, sieht vor allem Artikel mit spirituellem Mehrwert auf dem Vormarsch, also solche, die unter vertretbaren ökologischen und menschenwürdigen Bedingungen produziert werden.
Alles, was die Sinne der Käufer anspricht, verkauft sich gut. Gesundes Licht, das dem mittäglichen Tageslichts angepasst ist, kommt dabei ebenso gut an wie Lampen, die ein Lagerfeuer imitieren. Auch der Elektronik-Konzern Philips hat die Zeichen der Zeit erkannt: „Das Bedürfnis nach Wohlbefinden birgt enorme Möglichkeiten für zukünftige Technologien“, heißt es in einer Pressemeldung. Ein Wecker, der – statt mit lautem Signalgeräusch – die Schlafenden durch Vogelgezwitscher und Licht aufweckt, gehört zu den neuesten Innovationen des Konzerns.
Doch nicht immer halten die Produkte, was sie versprechen. Der Wecker beispielsweise fällt vor allem durch sein unangenehmes Knacken auf. Und auch viele andere Yoga-Produkte auf dem Markt sind mehr Schein als Sein. Denn weder „Loungewear“ noch Duftölzerstäuber oder Kuschelsofas können eine Stunde Yoga wirklich ersetzen.