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Hallo ihr Lieben,

mir ist letzte Woche nach leichten Halsschmerzen die Stimme beim Yogaunterricht abhanden gekommen. Sowas kann schnell Druck erzeugen, wenn man vollberuflich unterrichtet ;) Da mir
meine Stimme wichtig ist, dachte ich mir, dass sie sicher ein wenig mehr Aufmerksamkeit benötigt, hab
also schweren Herzens erstmal alle meine Kurse abgesagt und mich gründlich auskuriert, 5 (!) Tage lang die Klappe gehalten, heissen Tee getrunken, gegurgelt und Salbei-Bonbons gelutscht. Nun ist es wieder gut.

Meine Frage: Habt ihr Vorschläge, wie man aus der Not eine Tugend machen kann (Stimme weg kann ja immer mal passieren) und Ideen für eine thematische Stunde zum Thema "Stille", bei der man als Yogalehrer nicht (oder kaum) reden muss? Ich unterrichte Vinyasa-Yoga, da wäre eine "Stille"-Stunde sicher eine gelungene Abwechslung ;)

Bin für Brainstorming dankbar.

Liebe Grüße

Matthias

Tags: Stille, Stimme, Unterricht, weg

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Hallo Matthias,
Bei solchen Notfällen kann Homöopathie sehr gut helfen.... aber eine Stille Yogastunde finde ich super Idee! nicht nur wenn die Stimme verloren geht!
Die Schüler sind manchmal zu viel an die Ansagen des Yogalehrer gewöhnt und obwohl sie schon 1, 2 Jahre Yoga machen, ist da noch immer eine gewisse Unsicherheit und Unselbständigkeit.... Die stillen Yogastunden können fantastisch sein um die Asana praxis zu vertiefen und überhaupt in sich selbst einzutauchen...

Lg,
Tihana
Hallo ihr :)

Danke für die Tipps. Ein befreundeter Yogalehrer unterrichtet im Kundalini-Stil. Den werde ich dann wohl mal etwas intensiver interviewen. Darüber hinaus dürfte es für die TeilnehmerInnen sicherlich auch nochmal eine interessante neue Erfahrung sein, den Input über die Augen zu bekommen (vormachen), als wie sonst hauptsächlich über die Ohren.

Alternativ hatte ich noch über Achtsamkeits-Übungen nachgedacht. Bewusstes Gehen (Zeitlupe, Körpergewichtsverlagerung etc.) hatte ich mal mit großem Erfolg in eine (normale) Yogastunde integriert.

Ich sammel noch Ideen und werde mal was basteln und berichten, wenns vollbracht ist.....
Hallo,

in ähnlicher Situation - allerdings noch kurz bevor die Stimme ganz weg war - hab ich mir schon mal Erleichterung verschafft, indem ich eine "Mischstunde" gegeben hab. D.h. ich hab die Ansagen auf ganz wenige Worte reduziert, wie zB kurz die nächste Asana benennen (die wissen ja wie man da hineinkommt) und das ganze dann klanglich-meditativ mit einer Klangschale / Maultrommel / Musikinstrument begleitet. So wurde es eine meditative Klangyogastunde. Das kam sehr gut an und die Stimme wurde zumindest ein gutes Stück weit geschont.

Ein komisches Gefühl ist es übrigens, wenn man den Takt im Sonnengruss mit einer Trommel angibt. Das wurde dann eine rasant-sportliche Variante mit recht flottem Rhythmus. Hat aber auch Spass gemacht.

Hast du schon mal mit Klang in der Stunde experimentiert?



Om Shanti
Liebe Grüsse
Mahashakti
Hallo Matthias,
auch ich bin gerade in einer "stillen Woche", da ich meine Yogastunden wegen Halsentzündung
und "Stimme weg"nicht absagen wollte.
Ich habe Stille-Karten, die kleine Abschnitte aus Eckhart Tolles Buch -Stille spricht- wiedergeben,
in der Mitte um eine Klangschale gelegt. Jede(r) kann sich eine aussuchen oder zufällig ziehen.
(man kann auch zwischen den Asanas mal die Karte wechseln oder überhaupt ein eigenes
Thema mit in seine Stille nehmen.)
Da stehen Sätze wie :- Achte einmal darauf, wie gegenwärtig eine Blume ist, wie sie im Leben verankert ist. -
oder -Lass das Leben in Ruhe. Lass es sein.-
Dann sage ich nur den Wechsel zur nächsten Asana an, wobei jede/r sich dabei frei fühlen soll noch die Stellung zu halten, länger zu entspannen, oder die Karte nocheinmal zu lesen. Ab und zu (z.B. in der Zwischenentspannung) schlage ich die Klangschale an, um eventuell abgeschweifte Gedanken wieder ins Jetzt zu holen.
Ich mache das seit Mittwoch und alle Gruppen waren begeistert.
Meine Stimme ist schon viel besser und es ist wunderschön zu sehen, wie die Leute wirklich bei sich und in ihren Stellungen ankommen. Sie haben wirklich Zeit sich der inneren Erfahrung hinzugeben.
Gut eignen sich für so etwas auch Afirmationskarten.
Für mich selbst ist diese stille Zeit nun auch eine Gelegenheit geworden um viel innere Stille anzusammeln,
obwohl ich weiter unterrichtet habe.
Das gibt Kraft und macht glücklich....ein Lob der Halsentzündung!
Vielleicht kannst Du so etwas Deiner Stilrichtung ja anpassen.
Ich unterrichte Sivananda Richtung (Yoga-Vidya).
Hoffe Dir geht`s bald besser,
Om Shanti
Savitri
Ich finde, es wäre eine super Idee, allgemein weniger zu sprechen und mehr vorzumachen. Vieles Gerede empfinde ich eher als störend! Ich schaue eher und mache nach. Dabei muss man dann auch weniger denken und kann besser abschalten. Jedenfalls empfinde ich es so..

Namaste
Christiana
Hallo,

danke für die weiteren Tipps. Dieses Buch "Stille spricht" werde ich mir wohl mal in einer ruhigen Stunde zu Gemüte ziehen, die Idee hört sich auf alle Fälle vielversprechend an :)

@Christiana: Das wird sicherlich von jedem anders empfunden. Zuviel vormachen halte ich persönlich nicht für so glücklich, da es die TeilnehmerInnen dazu verführt, ein asana genau so zu machen, wie der Lehrer es tut und ggf. in "perfekt" (Lehrer hat so vorgemacht) und nicht perfekt (so wie man es selbst hinbekommt) zu klassifizieren. Bei einem asana geht es aber nicht um Perfektion, sondern um die richtige Struktur. Wenn das Alignment stimmt, kann ein und dasselbe asana bei verschiedenen Menschen durchaus unterschiedlich aussehen (z.B. Tiefe des Standes im Krieger, Neigung des Oberkörpers im Dreieck). Ich erläutere diese Problematik beim Vormachen, danach sage ich die Übungen an bzw. mache die Übungen auch mit. Beim Vinyasa-Yoga ist es kaum möglich, während der Folgen immer zum Lehrer zu schauen, während man durch die Haltungen fliesst. Das ist bei statischen Yogastilen sicherlich
eher möglich.

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