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Hallo,
es gibt sicherlich Gemeinsamkeiten von Yogis und Christen.Genau diese sollte man auch suchen.Ich würde sagen gerade die YAMAS und NIYAMAS bilden da eine Gemeinsamkeit.
Om Shanti
Michael

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Antworten auf diese Diskussion

Hallo Michael,
Gemeinsamkeiten sind wichtig. Ebenso auch Unterschiede. Das Christentum scheint mir hinsichtlich seiner Dogmen und Geschichte eher schwierig in Einklang zu bringen mit hinduistischen Vorstellungen. Wie praktizieren Christen Yoga, ohne die Unterschiede zu verkennen?
LG
Ulli
Hi @ all :-)

@ Michael: ich glaube gar nicht, dass nur Yamas und Nyamas der gemeinsem Nenner ist; sondern vielmehr das Karma-Yoga Prinzip...auch das berühmte "wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden" - was für mich dem nicht - Egoismus gleichkommt (also Egoismus im Sinne von ahankara ^^)...und auch Bhakti Yoga, "kommt her alle die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken" --- genau das wird uns im Bhakti Yoga angeboten: opfere alles Gott und du bist erlöst.
Und sicher vieles andere auch --- häufe keine Schätze auf Erden an, wo sie Motten und Rost zerfressen --- Gib, "häufe" gutes Karma an, sei nicht habgierig etc.

@ Ulli: ich dachte immer, Yoga sei eben nicht a ein bestimmtes religiöses System gebunden sondern offen für alles? Swami Sivanandaji hat doch gerne gesagt "the forms are many but truth is one" und hat gerne auch Jesus zitiert. Ich finde auch gerade den Hinduismus extrem offen und anpassungsfähig; für mich gibt es keinen richtigen Gegensatzpunkt - solange man das Christentum per se natürlich auch nicht als dogmatisch auffasst (aber wer würde einen denn zwingen ;-) )

Ich finde es eine schöne Idee, die Gemeinsamkeioten herauszuarbeiten; gerade durch die wunderbar verständlichen Lehren des Yoga habe ich mein stark angefressenes Verhältnis zum Christentum revidieren können. Spirituellen Halt finde ich extrem wichtig; von welchem Lehrer wir eingeführt werden, ist doch eigentlich unerheblich :-)

Alles Liebe,
Om Shanti,
Sangini
Hi Sangini,
ganz sicher macht Yoga ein offenes Angebot an alle Menschen, egal welcher Glaubensrichtung sie angehören mögen. Unverkennbar jedoch für mich ist, dass Yoga mit all seinen Theorien, Ritualen, Schriften, Ethiken und Glaubenspraktiken im hinduistischen Kulturkreis wurzelt . Es ist möglich, das yogische System in seinen Ursprüngen (Surya und Agni Kult, also ca. 4000 Jahre) als prä-hinduistisch zu betrachten, das erst im Laufe des geschichtlichen Prozesses vom Hinduismus assimiliert wurde. Es wird vermutet, dass sich Yoga in seinen Anfängen auf schamanistische Praktiken, etwa bewußtem Atmen und dem Einsatz von Rhythmus, Klang, Drogen und Tanz zum Erzielen inneren Feuers bis hin zur Ekstase und Trance gründete.
Christentum und Hinduismus unterscheiden sich klar und deutlich: Polytheismus vs. Monotheismus (Vgl. Erstes Gebot), Reinkarnationslehre vs. ewiges Leben im Himmel /Hölle, Finden des Selbst vs. Missionsgedanke
Falls man gläubiger Christ ist, zwingt einen die Institution Kirche zur Anerkennung ihrer aufgestellten Dogmen, die absolute Wahrheiten darstellen. Häretiker landeten früher auf dem Scheiterhaufen, heute werden sie exkommuniziert. Wie man das im Alltag lebt, bleibt jedem selbst überlassen...
Fragwürdig ist, wenn man als Mensch versucht, so eine Art "best of all religions" zu basteln, weil dies ihre inhärenten Unterschiede missachtet. Diese Unterschiede können wir als Kriterien für unsere Entscheidung ansehen und auch nutzen. Der Dalai Lama warnt davor, die eigene Religion allzu leichtfertig aufzugeben, anstatt sich ausgiebig mit ihr zu beschäftigen, bevor man sich bewußt und selbstverantwortlich für eine andere entscheidet.
Was den heutigen Hinduismus anbetrifft, so bin ich mir nicht sicher, ob er so "extrem offen" ist, wie du schreibst, wenn ich mir die Situation in Indien vor Augen halte: Hinduismus noch als verbindender Oberbegriff, im religiösen Alltag eine Unzahl verschiedener Strömungen verbunden mit teilweise fanatisch-chauvinistischem Charakter gegenüber den eigenen "Glaubensbrüdern".
Ganz sicher gibt es so viele Wege zu Gott bzw. zur Erleuchtung, wie es Menschen auf dieser Erde gibt. Den eigenen zu finden, das wäre die Aufgabe.
Liebe Grüße
Ulli
Lieber Ulli,

ja, wahrscheinlich ist es Definitionssache. Ich bin mir der verschiedenen Strömungen im Hunduismus durchaus bewusst und habe auch schon selbst erlebt, dass Aspiranten aus "anderen Schulen" die "meine" nicht akzeptiert haben, oder gemeint haben "naja, ich geh halt den direkteren weg" *lach*
Aber wenn man Religionen nicht als das definiert, was die Menschen daraus machen, sondern als Kerngedanke, dann decken sie sich (oder zumindest die, die ich näher kenne - Christentum, Hinduismus, Buddhoismus) wirklich in weiten Gebieten und es sind nur schwer Wiedersprüche zu finden. Oft wird gesagt, dass die großen Propheten oder Avatare oder was auch immer, sich sehr gut verstanden hätten; alle zeigen sie auf das selbe; nur die Anhänger, die verwechseln den Finger mit dem, worauf er zeigt *lach*
Wg Mono contra Polytheismus: meinst du nicht, dass es auch im Hinduismus im Kern um verschiedene Aspekte eines und desselben Ishvara geht? Zumindet im Advaita Vedanta gibt es nur Ishvara als gnzes; was verehrt wird, sind Aspekte...
Und wegen der Rituale etc. im Yoga: ja, sie zeigen eindeutig ihre hinduistischen Wurzeln, aber letztenendes ist es doch sehr offen. Wenn Krishna gott ist, wer hindert einen daran, zu sagen, Jesus ist Gott?
Oh, und wg. "eigene Religionen basteln" und der oft zitierten Aussage des Dalai Lama. er hat mit Sicherheit Recht, nur für mich stellt sich die Frage, ob wir im Christentum überall so gute Lehrer haben. Vorbilder. Wo wir wirklich _begreifen_, was und warum. Ich kenne leider keinen einzigen Priester, der mir irgendetwas so hätte vermitteln können, dass es mich wirklich berührt hätte oder verständlich geworden wäre, leider leider --- und ich bin von Kindesbeinen an mindestens zweimal in der Woche in der Kirche gewesen und bin auch heute mit vielen Pfarrern befreundet. Und doch musste ich den "Umweg" über Buddhismus , Hinduismus machen, um schließlich mit der offenen Yoga- und v.a. Advaita Vedanta Lehre einen anderen Blick für die Lehren Jesu zu bekommen. Ob ich sie jetzt missinterpretiere? Möglich. Zumindest bedeuten sie für mich etwas, und so, wie si gängigerweise ausgelegt wird ---- wieviele Menschen finden darin Halt und fühlen sich angesprochen?
Interessantes Thema :-)

Alles Liebe,
om Shanti,
Sangini
Hi Maxim,

schön dass du in der Gruppe bist!!!! Und danke für den Buchtipp...

Alles Liebe,
Sangini
Namaste
Hallo Maxim,

danke für den Buchtipp, das ist ja ein explosiver Titel, ... erzähle es einem Naturwissenschaftler, dass es eine 'Wissenschaft' des Heiligen gibt, und er fragt Dich sofort, wie dort verifiziert, falsifiziert wird usw., um Wahrheit der Aussage zu ermitteln. Beides wie Feuer und Wasser, auch wenn man von der heiligen Seite kommt, da spricht man vom Heiligen und vom Profanen (das Profane = unheilig, weltlich, alltäglich, wird auch abschätzig verwendet).
In neueren Diskussionen, etwa bei Kurt Hübner, der Bücher über den Mythos und seine Wichtigkeit (etwa zum Mythos der Nation) geschrieben hat, wird es dann so gesetzt, dass die Wissenschaft ihre eigene Logik hat und Mythos + Religion anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegen, im Mythos sind die Wahrheiten gesetzt (als Gesetz) und nicht beweisbar (axiomatisch).
So ist dieser Buchtitel also eine echte Herausforderung. (Obwohl man in der YLA, in der ich gerade noch stecke, eigentlich überhaupt keine Zeit hat, aber alles macht ja so viel Spaß, Yoga und Lesen... und am besten sollte man auch bei yogapad gar nicht erst reinschauen...) Liebe Grüße, Erika-Ha - Om Shanti Om -
Om Om Om

... ich hab vorhin grad mal in Paramahansas Buch geschaut, da wird Yoga als "wissenschaftliche Techniken, die zur Gottesvereinigung führen" bezeichnet und a.m., ich wollt nur sagen, hab mich schon dran gewöhnt.

Im ersten Moment war's halt anders...
Herzliche Grüße, Erika-Ha Om, Shanti, Shanti

P.S.: Bin gespannt auf das Buch, es ist schon unterwegs zu mir. Ehrfurchtgebietende Erscheinung, Sri Yukteswar, ich sah einige Fotos.
Hallo, ihr Lieben,

ich habe in der theoretischen Chemie promoviert und 15 jahre aktiv in der Grundlagenforschung gearbeitet und finde immer wieder so ein Pauschalurteil gegen Naturwissenschaftler sehr schade. Ich habe sehr viele kennen gelernt, die sehr spirituell sind und ich habe in meinen mehr als 20 Yoga-Jahren auch sehr viele "Yogis" kennengelernt, die eine sehr "leere" Spiritualität gelebt haben.
Aber ich bin auch der Meinung, dass die "Wissenschaft" eher eine "Glaubensschaft" ist, da man hier sehr viel glauben muss, vor allem, je mikroskopischer das Objekt der Wissenschaft ist, wie vor allem in den modernen Naturwissenschaften. Das gibt den Erkenntnistheoretikern dann genug Stoff.
Jemand, der Gottes Gegenwart einmal wirklich gespürt hat - egal, welchen Namen man diesem Gott gebe, der weiss um seine Existenz und muss das nicht mehr glauben, daher ist das eher eine "Wissenschaft".
Auch ich sehe Yoga eher als eine "Anleitung", ein "Weg" des spirituellen Weges, der somit ohne weiteres in jede Religion integrierbar ist. Man sollte hierbei vor allem im Christentum stark zwischen der ursprünglichen Religion und der Institution Kirche unterscheiden. Die Institution hat über einen enomen Zeitraum Politik gemacht und selbst die Definition der Trinität war ein Poltikum, damit all die kleinen Gruppen, die sich über die Natur Jesu nicht einigen konnten, die Stabitilät des weströmischen Reiches nicht gefährdeten.
Den Yoga mit dem Hinduismus zu sehr zu verknüpfen, halte ich eben falls für nicht ganz richtig. Auch die Advaita Vedanta und der Yoga nach Patanjali sind nicht ganz deckungsgleich. Es gibt auch sehr alte buddhistische Yoga-Stile.
Das Buch von Shri Yukteswar werde ich mir die Woche mal besorgen, freu mich schon drauf.

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