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Patanjali ist der Vater des indischen Yoga. Er lebte im zweiten Jahrhundert vor Christus. Er schrieb das Yoga-Sutra. Im Yoga-Sutra faßte er die Essenz des gesamten damaligen Yoga-Wissens in wenigen Worten zusammen. Die beiden Hauptsätze von Patanjali lauten: "Yoga ist die Beruhigung des Geistes. Dann verweilt der Yogi im Licht."

Der Weg der Ruhe besteht nach Patanjali darin, im Laufe der Jahre auf dem spirituellen Weg immer mehr den Geist zu beruhigen und schließlich in der Lage zu sein, in der Gedankenruhe zu leben und nur dann zu denken, wenn man das Denken braucht. Je mehr man in der Ruhe lebt, um so größer ist das innere Glück und um so umfassender ist das Licht. Patanjali weist darauf hin, dass das innere Glück grundsätzlich langfristig zu entwickeln ist und nur durch andauernde Übung erreicht werden kann.

Zur Beruhigung der Gedanken empfiehlt Patanjali einen Zwei-Stufen-Weg. Die erste Stufe ist das Entwickeln positiver Eigenschaften. Negative Eigenschaften führen zur Verstrickung in die äußere Welt und zur inneren Unruhe. Positive Eigenschaften dagegen bewirken inneren Frieden.

Die Entwicklung von positiven Eigenschaften ist die Voraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Meditation. Ohne positive Eigenschaften wird die in der Meditation entwickelte innere Ruhe durch das Chaos der Außenwelt immer wieder zusammenbrechen. Ohne positive Eigenschaften kann die innere Ruhe nicht dauerhaft bewahrt werden.

Die zweite Stufe des yogischen Übungsweges ist die Meditation. In der Meditation beruhigen wir unsere Gedanken vollständig. Wir üben es in der Gedankenruhe zu verweilen. Irgendwann entwickeln wir die Fähigkeit Meditation und äußeres Handeln zu verbinden. Dann können wir immer im Glück bleiben und gleichzeitig unsere äußeren Pflichten erfüllen.

In einfachen Worten kann man Patanjalis Übungsweg als den Weg des positiven Denkens und der Meditation bezeichnen. Die wichtigsten Eigenschaften sind nach Patanjali:

1. Gewaltlosigkeit (Ahimsa) = Keine anderen Wesen töten. Friedfertig sein. Sanftmütig leben.

2. Wahrhaftigkeit (Satya) = In der Wahrheit leben. Grundsätzlich ehrlich zu sich selbst und anderen sein. Auch keine kleinen Lügen aus Bequemlichkeit. Eine Lüge ist nur in gut begründeten Ausnahmen zulässig, zum Beispiel wenn man mit einer Lüge das Leben eines anderen Menschen retten kann. Ein Yogi schweigt in einer Zweifelssituation. Wer konsequent in der Wahrheit lebt, der strahlt Wahrheit aus. Seine Mitmenschen vertrauen ihm und er kann ihnen spirituell gut helfen.

3. Rechtschaffenheit (Asteya) = Nicht stehlen und nicht betrügen. Ein Yogi ist im Berufsleben grundsätzlich ehrlich. Er strebt nicht nach ungerechtfertigtem Vorteil, sondern sucht den gerechten Ausgleich (fairer Handel). Einem Yogi kann man im Berufsleben grundsätzlich vertrauen. Er gibt seinem Geschäftspartner eher etwas zu viel als zu wenig.

4. Weisheit (Brahmacharia) = Im Schwerpunkt spirituell leben (in der Weisheit leben/Brahmacharia). Nicht dem Geld, sondern Gott dienen. Das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden.

5. Einfachheit (Aparigraha) = Mäßigung in äußeren Genüssen. Keine Beziehungssucht oder Karrieresucht. Kein Streben nach äußerem Reichtum. Ein spiritueller Mensch lebt äußerlich bescheiden und innerlich reich.

Ein Yogi verbraucht seine Energie nicht im äußeren Tun, sondern lebt so ruhig, dass sie sich nach innen wendet und seinen Körper von innen her reinigt. Eines Tages ist er dann in der Lage dauerhaft aus Gott (dem Kosmos) Energie zu erhalten, sie durch sich hindurchfließen zu lassen und sie durch Taten der Liebe an seine Mitwesen weiterzugeben. Dann wächst er ewig in in seiner Energie und seiner Liebe.

6. Verehrung des spirituellen Ziels (Ishvara-Pranidhana) = Damit wir unseren spirituellen Weg nicht verlieren, ist es notwendig, dass wir uns immer wieder auf unser spirituelles Ziel besinnen. Wir können ein Bild verehren, uns vor einer Statue verbeugen oder ein Mantra (Gebet) sprechen. Was ist dein spirituelles Ziel? Was sind deine spirituellen Vorbilder? Sende allen Wesen Licht und wünsche eine glückliche Welt.

7. Egoopfer (Shaucha) = Läuterung/Reinigung. Der Weg ins Licht führt durch die Kreuzigung. Ohne ein Egoopfer gibt es keine Erleuchtung. Richtig zu opfern ist eine Kunst. Wer zu viel opfert, verspannt sich innerlich. Wer zu wenig opfert, löst seine Egoverspannung/Anhaftung nicht auf. Wie gelangst du heute zum inneren Frieden, zur inneren Kraft und in die umfassende Liebe? "Mein heutiges Opfer ist ..."

8. Zielstrebigkeit (Tapas) = Ein klarer Entschluss (Gelöbnis), ein klarer Lebensplan und ein klarer Weg des Übens. Tapas bedeutet ein diszipliniertes Leben zu führen. Wer eine klare Zielorientierung und genügend Ausdauer hat, der siegt auf dem spirituellen Weg. Was ist heute dein Entschluss (spirituelles Gelöbnis)? Bitte die erleuchteten Meister um Führung und Hilfe, folge deiner inneren Weisheit und du wirst auf deinem spirituellen Weg siegen.

9. Lesen (Svadhyaya) = Die tägliche Lesemeditation hält uns auf dem spirituellen Weg, reinigt unseren Geist, verbindet uns mit den erleuchteten Meistern und macht uns letztlich zu spirituellen Siegern. Wer sich nicht jeden Tag mit der Spiritualität beschäftigt, verliert im Zeitalter des Konsumfernsehens seinen Weg des inneren Glücks.

10. Zufriedenheit (Santosha) = Gelange in die große Zufriedenheit mit dir und deinem Leben. Welcher Gedanke hilft dir in die Zufriedenheit zu kommen? "Mein Gedanke der Zufriedenheit ist heute ..."

Schlagworte: meditation, patanjali, positives_denken, yoga, zufriedenheit

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