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Bei uns in der Region sind die Menschen sehr darauf bedacht, Dinge zu tun, die von den Krankenkassen refinanziert werden. Das ist im Schnitt ein Kurs pro Jahr zu 70/80%. Die Kassen haben die Vorstellung, die Kursteilnehmer bekommen ein Programm in die Hand, das sie dann bis zum Sankt Nimmerleinstag erfolgreich abspulen können. Habt ihr Erfahrung, wie dieses mechanistisch-materialistische Denken abgebaut werden kann?

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Antworten auf diese Diskussion

Namaste,

kann dir nachfühlen!!
Viele Menschen verbinden wohl mit einer "Krankenkassen-Förderung" ein "besonderes
Qualitätsmerkmal"! Wird von "da oben" bezahlt, dann ist die Leistung auch was, so
oder so ähnlich denken Viele! So empfinde ich das, jedenfalls.
Habe mich aufgrund meiner Praxiseröffnung mit (m)einen "Krankenkassen-
Mitarbeiter" "unterhalten"; weiß somit, dass nicht wirklich (gerne) bezuschusst
wird; außer "Rückenschulkurse" im Fitness-Center und so ähnlich. ;-)
Die erste Frage von (zukünftigen) Teilnehmern ist eben fast immer, ob die Krankenkasse
das auch bezahlt.
Nun bin ich nicht "nur" Yoga-Lehrerin, sondern auch Therapeutin
und Psychologische Beraterin und biete "Leistungen" an, die sowieso nicht von Krankenkassen bezahlt/bezuschusst werden.
Aber das ist nicht immer ein Nachteil, wenn ich da z. B. an
die Psychologische Beratung denke; möchte nicht jeder Klient im Gesundheitssystem
"in Erscheinung treten".
Es hilft: Selbstsicherheit und die Mitteilung, dass -wenn überhaupt- auch nur 1 Kurs pro Jahr
und Teilnehmer bezuschusst wird.

Alles Gute und viel Erfolg!
Melanie
Liebe Melanie,
Danke für deine offene konstruktive Antwort.Vielleicht bekommen wir noch von anderen brauchbare Tipps.Es gibt bestimmt noch andere Praktizierende, die auf diesem Gebiet bereits Erfahrungen gesammelt haben.
Dir wünsche ich einen guten Start ins Arbeitsjahr 2009. Jutta
Liebe Jutta,

vielen herzlichen Dank! Und von mir zum Thema noch ein kleiner Nachtrag:
Der "Bezahlvorgang" ist Vielen vielleicht nicht so klar;
denn "bezahlt" werden "angeblich" kostenlose Leistungen sowieso;
eben durch die Krankenkassenbeiträge. Wird die Chipkarte beim
Arzt "durchgezogen" wird bezahlt, nur nicht so offensichtlich ;-)!
Darauf weise ich meine Klienten/Teilnehmer auch gerne hin ;-)!

Alles Gute! Melanie
Vielleicht tröstet es zu wissen, wenn man keine Krankenkassen geförderten Kurse anbieten kann, dass von den Teilnehmern, die über die Kassen kommen, nur ein Bruchteil nach den 10 Stunden auch weitermacht. Ich bin als Psychologin von den Kassen empfohlen und freue mich zwar über jeden Schüler, der kommt, weiß aber, dass Tapas - das Feuer fürs Üben auch gerade von Iyengar-Yoga - nichts ist, das Kassen fördern können. Das muss schon von innen kommen.
Viele Grüße
Marina Pagel
Sat Nam!

Vor 2 Jahren, als wir uns als Yogalehrerin selbstständig gemacht hatten, hatten wir damit ein Problem, dass unsere Kurse nicht von der Krankenkasse gefördert wurden. Ich bin Lehrerin für Kundalini Yoga und betreibe gemeinsam mit einer Hatha-Yoga Lehrerin ein Yogastudio. In unseren Köpfen spielten sich die Gedanken ab, dass uns dadurch Yogaschüler verloren gehen und somit auch Einkommen. Einmal hatte eine Krankenkasse für einige Mitarbeiter eines Großunternehmens den Yogakurs 100% bezahlt. Dieser Yogakurs war für mich eine traurige Erfahrung - manchmal hatte ich das Gefühl, ich sitze zur Belustigung vor den Teilnehmern. Danach hat sich meine Denkweise nach und nach geändert. Heute gehe ich mit diesem Gedanken sehr viel entspannter um. Die Leute, die wirklich etwas für sich machen möchten, bezahlen auch die entsprechende Kursgebühr und sind mit Freude dabei und dies schon über Jahre. Mit Geringverdienenden, Schülern und Studenten habe ich einen geringeren Beitrag vereinbart.
Viele sind heute von dem Gedanken geprägt, wo bekomme ich möglichst viel, für wenig Geld. Wir als Yogalehrer müssen versuchen das Bewußtsein der Menschen dahin zu erweitern, dass sie sich fragen, wieviel Wert bin ich mir, was möchte ich für mich tun. Dies ist zwar ein weiter Weg, aber es lohnt sich, ihn zu beschreiten.

Liebe Grüße

Katrin Sat Purkha Kaur
Liebe Jutta
Da ich in der Schweiz lebe, kenne ich den Krankenkassenkrimskrams in Deutschland nicht. Doch möchte ich folgende Gedanken mit Dir teilen:
Yoga fördert bekanntlich die Heilung des Menschen. Dies im Sinne von Heil sein = Ganz sein. Die Krankenkassen fördern den Vorgang eines Daseins ohne Krankheit, doch "heil" sind die Menschen dann noch nicht. Am Rande erwähnt: Eigentlich sollten sich Krankenkassen "Gesundheitskassen" nennen :-).
Nun konkret zu Deiner Frage: Wünsche Dir Menschen, welche eine umfassende Heilung durch Yoga erleben und erreichen wollen. Stelle Dir diese Menschen vor oder noch wirksamer, fühle es, wie glückreich der Zustand ist, Menschen begleiten zu dürfen, welche umfassende Heilung wünschen. Du kannst die Menschen, welche nur zu Dir kommen, wenn's von der Krankenkasse bezahlt ist nicht ändern, jedoch kannst Du dafür sorgen, dass Du Menschen anziehst, welche eine tiefe Verbundenheit zu Yoga haben. Wenn Du die Einstellung ausstrahlst, dass Yoga eine perfekte Methode zur umfassenden Heilung ist und wenn Du davon überzeugt bist, dass Yogalehrer einer der schönsten Berufe ist, so bin ich davon überzeugt, dass in Kürze das Thema Krankenkasse abgehakt werden kann.
Ich wünsche Dir von Herzen viel Glück, Christian
Lieber Christian,
Danke für deine persönlich gehaltene Antwort. Ich kann wohl davon ausgehen, dass dir die Yogalehrer-Tätigkeit viel Freude bereitet und du uns hier empfiehlst, was du selbst erfolgreich praktizierst.
Bei aller Begeisterung für Yoga - den Perfektionsanspruch belasse ich bei dir!
Yoga ist so vielseitig, dass für jeden etwas drin ist. In unserem irdischen Leben - mit allen Höhen und Tiefen. Die kann ich für keinen ausräumen.
Was verstehst du unter "umfassender Heilung"? Versprichst du diese deinen Kursteilnehmern?
Ich bin gespannt auf deine Antwort. Ein lieber Gruß von Jutta
Liebe Jutta
Gerne beantworte ich Deine Frage, wobei dies natürlich nur meine persönliche Ueberzeugung wiederspiegelt und keinen Anspruch auf Perfektion und dergleichen erheben soll. Das wäre ja wohl sehr überheblich und ich müsste dann wohl nach Rom in den Vatikanstaat umziehen ;-)
Unter umfassender Heilung sehe ich das Wiederverbinden / Wiedervereinen mit der Schöpferkraft, Lebenskraft, Aetherkraft, Pranakraft, Christusbewusstsein.... wie Du dies auch immer nennen willst. Hatha-Yoga soll aus meiner Sicht eine Reise von aussen (Körper) zu unserem Innern sein. Dies geschieht durch Achtsamkeit in den Asanas, Hingabe, Konzentration, Meditation und Pranajama. Sind wir mit unserem Innern verbunden und empfinden unser Inneres (-oder mich selbst, so wie ich bin), so können wir unser äusseres Leben nach den inneren Empfindungen gestalten. Ein umfassender Heilungsprozess beginnt, fernab von der Frage ob dies nun von der Krankenkasse bezahlt wird oder nicht. Diese Heilung ist oft mit einer Umstellung der äusseren Umstände verbunden. Dabei wünsche ich jedem Menschen, dass er eine innere Insel hat, auf welcher er Kraft, Mut und Zuversicht aufnehmen kann. Diese Insel kann Meditation oder Pranajama sein.
In den Yogakursen, versuche ich die Kursteilnehmer in die Ruhe zu sich selbst zu führen, dass sie empfinden sollen, wie die Stellungen wirken und achtsam den Atemstrom verfolgen. Nun um ehrlich zu sein, dies mit mehr aber manchmal auch weniger Erfolg :-). Wie auch immer, Freude und Humor dürfen dabei natürlich nicht fehlen.
Versprechen darf ich den Kursteilnehmer rein gar nichts. Ich würde Ihnen glauben machen, dass ich Verantwortung für Ihr Tun und Lassen übernehmen kann und das geht glücklicherweise nicht. Ich kann sie jedoch (wenn sie es wollen, danach fragen und zulassen / ausprobieren) mit der Idee anfreunden, dass sie alle Kräfte und alles was sie für ein erfülltes Leben brauchen in sich tragen. Was sie mit diesen Ideen, oder den Empfindungen aus dem Yogakurs anfangen ist wiederum individuell und soll von mir auch nicht bewertet werden.
So, ich hoffe Du kannst aus diesen Zeilen etwas mitnehmen. Viele Grüsse und eine gute Sommerzeit, Christian

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