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Meine Yogareise - Vorspann: Kontrollverlust & ein seltsamer Chaffeur...

„Natur-Yogi-Tag“ – eintauchen in Yoga und Natur
Einfach mal raus: Yoga mit Natur verbinden und eine Woche Yogaurlaub gewinnen

 

DAS war der Aufruf von Yoganature.de, an dem ich mich beteiligte, weil ich die Idee einfach klasse fand. Die Reise hab ich bei der Ausschreibung gar nicht recht wahrgenommen und auch nicht gelesen, um was es da ging.. ich wollte einfach dabei sein und stellte DAS BILD online, das mich zum NATURYOGI 2011 machte...

Der Baum im Baum.....  ..ich berichtete ja bereits ausführlich in meinem Blog vom 7.9. "Mein Leben? Ein Hauptgewinn :)"

(http://www.yogapad.de/profiles/blogs/mein-leben-ein-hauptgewinn)

 

Da sich herausstellte, dass ich wirklich NICHT träumte und das alles WIRKLICH real war... wartete auf mich eine Woche YOGA Urlaub an der Algarve..

 

Nachdem ich den Flieger recht spontan gebucht hatte und mir dann bewusst wurde, das ich tatsächlich ALLEIN in Urlaub fliege bekam ich echt Schiss...

Portugal... ob ich da mit meinen übriggebliebenen Schulenglisch-brocken weit komme?

Ob der Shuttle-Bus, den ich online gebucht habe, der mich vom Flughafen zur Unterkunft bringen soll auch wirklich abholt... UND auch wirklich dorthin bringt wo ich hin möchte?!

Die besorgten Stimmen der Menschen in meiner engsten Umgebung haben dann das Übrige getan:

"DU - ALLEIN in URLAUB???? DUU? FLIEGEN???? Näää! oder?!??!"

"Was wenn dich da einer blöd anmacht!"

"Du als hübsche Blondine ganz allein in Portugal?!"

"ist das denn auch wirklich was seriöses was du da gewonnen hast?"

Ach scheiße... was mach ich da gerade?!?!?

Im Zwiespalt zwischen unendlicher Vorfreude und der Angst mich da echt grad ganz naiv auf was einzulassen was äußerst übel enden könnte, rückte mein Abreisetag immer näher... "Was du fliegst jetzt wirklich?? Wie kann dein Freund dich nur allein fliegen lassen???"

"Was wenn das eine Sekte ist und die dir eine Gehirnwäsche verpassen"

Ich kann nicht aufzählen, wie viele Leute mir Dinge aufzählten, die passieren könnten oder Dinge, die ich bedenken sollte bevor ich WIRKLICH fliege... mindestens genauso viele waren sogar richtig neidisch und brachten es nicht über die Lippen sich zu freuen sondern wünschten mir grinsend: "Bestimmt ist das ein FAKE - oder dein Koffer wird geklaut oder der Flieger stürzt ab... dreckige Unterkunft - ekliges Essen - bestimmt kriegst du Malaria oder so.." ich dachte mir dabei nur: Wie war das noch? Alles was du ausstrahlst kehrt zu dir zurück... richtig?! :)

 

Aber es gab 3 Menschen hier um mich herum, die einfach nur sagten: WOW - Klasse DU hast dir das verdient. Mach das! Die Chance kommt nie wieder! Das ist scheinbar genau jetzt genau das richtige!

Und DAS waren die Worte die bei mir ankamen... das war genau das, was ich fühlte.. was mein Bauchgefühl mir sagte: TU ES! Sei spontan - sei verrückt - tu das, was NIEMAND von dir erwartet und fliege einfach mal eine Woche ganz spontan ganz allein weg - keine ahnung was dich erwartet, aber egal - du hast DICH :)

 

Eine total spannende Erfahrung waren schon allein diese 4 Tage mit oben genannten Reaktionen und meinen Empfindungen dazu... Ich spürte zwischendrin immer mal wieder einen Moment lang eine wirkliche ANGST, nicht mehr zurück zu kommen. Und ich bin dahinter gekommen, was es auslöst... KONTROLL-VERLUST

Ich hatte KEINERLEI Kontrolle... im Flieger zum Beispiel... ich muss drauf vertrauen, dass das riesen Ding fliegt.. was mir unbegreiflich ist, aber es fliegt... und das tun die Flieger täglich seit Jahrzehnten mehrmals und nur die wenigsten stürzen ab... aber dennoch.. ich hab keinerlei Kontrolle in dem Moment.. ich muss einfach drauf vertrauen, dass der Pilot, die Technik... dass das halt einfach klappt... und DAMIT hatte ich echt ein Problem.... Außerdem das mit dem Shuttlebus.... die ganze Woche dort... ich hatte keinen blassen Schimmer, wo GENAU es hingeht und was GENAU mich erwartet.....

ok.. also da wäre doch schon ein gutes Thema an dem du in der Woche arbeiten kannst: VERTRAUEN!

 

Und bei jedem Gespräch, dass ich in der Woche vor dem Flug führte, kam eine Stimme in mir hoch die sagte: "könnte das letzte mal sein, dass du mit der Person gesprochen hast...." und zugleich ein Schmunzeln von mir und über mich selbst, darüber dass ich echt nicht alle Tassen im Schrank habe.. So kenn ich mch gar nicht... was ist nur los?!

Aber selbst das hatte was echt TOLLES.. mir wurde durch diese Gedanken bewusst, dass ich absolut keine Rechnung offen habe... ich überlegte: OK .. wenn du jetzt WIRKLICH nicht zurück kommen solltest... gibt es irgendwas, das du unbedingt noch tun solltest, was du bereuen könntest es nicht gesagt oder getan zu haben FALLS......

Und ich stellte fest: ich bin zufrieden... hab keinen Streit mit NIEMANDEM... muss mich mit niemandem noch schnell aussöhnen .... irgendwas noch gerade biegen... und DAS machte mich total glücklich...

Aber natürlich - wie soll es anders sein... zeitgleich kam wieder diese Stimme die sagte: "SCHEIßE ... dann biste durch mit allem! Wenn ALLES gut ist... und alles erledigt ist, dann biste hier fertig und kannst gehen.. das war´s mit dem Leben hier...."  Heißt es nicht immer so? Also - Du haste sie wirklich nicht mehr alle, Silke...

 

Und so saß ich nach 4 aufregenden Tagen voller Emotionen, Erkenntnissen und Stimmungsschwankungen am Samstag mittag, nachdem ich mich von meinem Freund verabschiedet hatte und noch einen Kaffee mit Mum + Dad getrunken habe - natürlich nicht ohne ihnen nochmal zu sagen, dass ich sie alle sehr sehr lieb hab ;o) im Flieger nach FARO und war heilfroh, dass ich einige Atemtechniken kannte, als ich auf dem engen Sitz in dem Fleiger saß...  

(das CHAOS beim Packen: "was nehm ich nur mit, was zieh ich an, WAAAS das sind schon 20 KILO im KOFFER???" ...erspare ich euch an dieser Stelle :))

 

Boah, dass es SOO eng dort ist und so schlechte Luft hab ich nicht erwartet... Doch ein im Geiste lauthals geträllerstes JAJA GANESHA machte den echt schnneellllllen Start einigermaßen erträglich und  am Ende fand ich es dann echt schön so über den Wolken....

Doch irgendwie fand ich das schon irre... da gab es ja ALLES in der Luft.. Essen, Trinken, Elektro-zigaretten für die Raucher die nicht rauchen dürfen, aber DAS dürfen sie rauchen... Gewinnspiele, Zeitschriften, Kopfhöhrer.... UNFASSBAR!! Braucht man sowas alles?! Muss man soviel Essen wenn man fliegt? Warm, kalt, Schnittchen, Kuchen... und die Auswahl an Getränken im Flieger überstieg jegliches Sortiment, das meine Mutter jemals, selbst an den größten Partys, im Haus hat - uns SIE macht es wirklich JEDEM GAST immer recht...

3 Stunden später landete ich im heißen FARO. Erstaunt über die Lautsprecherstimme, die uns in 3 Sprachen verkündete, dass es in Faro eine Stunde früher ist als in Deutschland

- Super Silke... da fliegst du in Urlaub und weißt nichtmal, dass es eine Zeitverschiebung gibt. Toller Plan! Toll informiert. Wie heißt der Ort zu dem du musst...?? Ähm.. oh.. ja... ich hab mir ne Mail ausgedruckt.. da stand das drauf... . na das kann ja heiter weiter!

Die erste Herausforderung wartete dann auch schon gleich in Form einer jungen Portugiesin auf mich, die bei dem Shuttle-Service-Point stand und es scheinbar recht lächerlich fand einen YOGAURLAUB zu machen... ich erklärte ihr auf Englisch und mit meiner ausgedruckten Buchungsbestätigung wo ich hin will und sie erklärte mir immer wieder, dass sie mich da NICHT hinbringen, da es kein öffentliches Hotel sei...

Als ich dann scheinbar verzweifelt genug aussah, verdrehte sie die Augen, verschwand bei einer Gruppe Männer, erzählte irgendwas auf portugiesisch, und als sie seltsam betonend "YOGANATURE" sagte, schauten sie alle zu mir rüber und lachten recht laut... diskutierten wieder...ein Mann sagte "OH NOOO!" und alle lachten wieder... aha.. sie suchten scheinbar aus, WER der Herren mich fahren muss.. ähm - HALLOOO?!? ich kann euch SEHEN ?!!!

Na egal.

Ich musste dringend mal wohin bevor es mit Shuttle weiterging und ließ die diskutierende Gruppe zurück auf der Suche nach einem WC... beim Händewaschen stellte ich dann erschrocken fest: AHHHH DU DEPP!!!!! Du hast deinen Koffer da stehen lassen!!! Mein Handgepäck hatte ich um, aber mein Koffer.. ?!?! Ich hörte schon die hämisch-ironischen Kommentare: "Klar, sind ja alles immer nette menschen, die klauen schon nix... da kann man ruhig mal einen Koffer stehen lassen" MANNN SILKE !!!!!! Du kannst nicht einfach am Flughafen mal eben so den Koffer stehen lassen.... wird schon einer drauf achten, oder wie?!? Über mich selbst schimpfend eilte ich zurück zum Shuttle-Point.

Doch hey - ich hab doch grad die Glückssträhne :) Das klappt schon alles... - Und so war es auch: Koffer noch da und auch gleich mein Fahrer... na bitte - geht doch.

Schließlich saß ich dann in einem kleinen Transporter, dessen Tür nicht richtig zu hielt, mit dem Mann, der am lautesten lachte und hoffte, dass er mich da absetzt wo ich hin will...

Lustige Musik ertönte aus dem Lautsprecher und der Fahrer erschien mir eigentlich ganz sympatisch, wenngleich auch etwas seltsam da er dauernd mit sich selbst irgendwas tuschelte... *grins* vielleicht war er mir deshalb sympatisch.. er hat vermutlich auch die zwei Stimmen auf der Schulter sitzen die ihm immer wieder sagen was er zu tun und zu lassen hat :)) DAS kenn ich schließlich nur allzu gut..

Aber dennoch wurde er mir etwas unheimlich wenn er anfing zu kichern und sich kurzdrauf wieder zu räuspern... mal etwas lauter und dann wieder ganz leise sprach und das alles in einer Sprache die ich absolut nicht verstehen konnte... SELTSAMER TYP!

Mitten in SILVES an einer Haltestelle wollte er mich dann rauslassen... "ähm - No!" sagte ich

I want to "Casa Matias" - und ich hielt ihm nochmal meine ausgedruckte Wegbeschreibung unter die Nase...

Ich setzte mein strahlendstes Lächeln auf und bat ihn zum dritten mal in - wie ich fand- immer besser werdendem Entglisch - mich zu der Unterkunft zu fahren, da ich doch den schweeeeeeren Koffer nicht so weit schleppen kann.... und doch ganz alleine unterwegs war... und er mich doch nicht einfach hier rauswerfen kann...

Schließlich bekam ich meinen Willen - vielleicht war er auch einfach zu genervt um weiter zu diskutieren und hielt es für sinnvoller mich einfach zu fahren :)  Er fuhr seltsame Wege, die gar nicht nach Straße aussahen... am Ende waren nur noch Bäume und Sträucher zu sehen... der Weg so schmal, dass kaum zwei Autos aneinander vorbei kämen... vielleicht hätte ich nicht ganz so nett lächeln sollen - -oder nicht unbedingt betonen sollen, dass ich GAAAAANZ ALLEINE hier war.... Was hab ich ihm auf englisch gesagt?!??! klang irgendwas davon nach: "LOOS FAHR MIT MIR IN DIE WILDNIS UND ICH BLEIB FÜR IMMER BEI DIR??!" mir wurde ein wenig mulmig zu Mute ....

Und dann hielt er an, drehte sich zu mir um und sagte grinsend: CASA MATIAS!  - 

Tatsächlich. Da stehts! Mitten in der "Pampa"... fernab von ALLEM war ein Holztor auf dem ganz urig CASA MATIAS stand.... DANKE!!!!

 

Der nette - verrückte - Fahrer half mir beim Ausladen und da entdeckte ich, dass er ein Headset am Ohr hatte - verbunden mit dem Handy in seiner Tasche - oooh... die Stimmen waren wohl eher IM OHR statt auf der Schulter... *lach* er telefonierte die ganze Zeit.... DAHER das getuschel, gelächter und gerede... oh man!

Knappe 2 Stunden Autofahrt später war ich also am Ziel - und zugleich am BEGINN meiner Reise...

 

Ein Schäferhund bewachte bellend das Tor zur Quinta und eine kleine ältere Dame - Emilia - empfing mich ganz herzlich... Ich ging den Weg hinunter, durch das Tor hindurch und stand mitten in einer Oase aus Blumen, Bäumen, bunten Blüten, Kletterpflanzen und fühlte mich sofort pudelwohl!! Ja - HIER bin ich genau richtig!

Gerade als ich versuchte die nette Dame zu verstehen, die portugiesisch mit mir redete, kamen zwei Frauen auf mich zu und riefen "HEEY! HALLO! HERZLICH WILLKOMMEN!" - Manuela und Marika - aus Deutschland.

Mit den Worten "Wir nehmen dich in die goldene Mitte  - du bist schließlich unser Küken wie es scheint", zeigten sie mir gleich mein Zimmer -die ROSANE MITTE um genau zu sein... denn jede von uns drei hatte ein kleines Zimmer mit eigenem Bad und eigener Terrasse und Manu und Marika hatten ihr Zimmer rechts und links von mir bereits bezogen.

(Foto: MARIKA W.)


Das ist also mein zu Hause für die nächsten 6 Tage   :)

Tolle Umgebung, gemütliche Zimmer, nette kleine Gruppe - wir 3 und die beiden Yogalehrer  - mein erster Eindruck: PERFEKT!

Und keine Stunde später saßen wir drei plaudernd bei leckerem Abendessen, von Emilia frisch zubereitet, draußen auf der Terrasse und hatten so einiges zu erzählen, zu berichten und kennen zu lernen :)

 

Erschöpft, erleichtert, glücklich, aufgeregt und voller Vorfreude auf die bevorstehneden Tage schlief ich an dem Abend in meinem Zimmer, das von der Bettwäsche über die Gardinen, die Deko und Wandbehänge voller Rosenblüten-Muster war, recht schnell ein und wachte erst auf, als mein Wecker ganz ungeduldig zum zweiten Mal klingelte.....

 

Fortsetzung "Tag 1" - folgt..... :)

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Kommentar

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Kommentiert von Max Schmitz am 6. Oktober 2011 um 5:48pm
Sehr schöner Artikel, vielen dank! Du schreibst so schön, so authentisch.

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