Den jahreszeitlichen Rhythmus, Glück, Losgelöstheit, Leichtigkeit, Freiheit, Sehnsucht, Harmonie, Gelassenheit, Freude -all diese Gefühlsinhalte- kann besonders die indische Musik umsetzen. Für unsere "europäischen" Ohren mag sie sich zuerst "chaotisch" anhören, ohne die gewohnten Rhythmen und Abfolgen.
Denn beim Anhören von Musik aus dem fernöstlichen Kulturkreis, begegnen wir Tönen und Tonskalen, mit denen wir nicht vertraut sind.Die indische Musik ist modal, dass heißt das ganze musikalische Geschehen kreist um einen Ton. Dieser Grundton wird immer wieder aufs Neue von den Begleitinstrumenten wiederholt, um dadurch auf den bestimmten Klangcharakter, den Modus einzustimmen. Sie fordert vor allem zu einem bewussten Zuhören auf. Erst langsam wird das sinnvolle Zusammenspiel der für uns exotisch klingenden Instrumente erkannt.
Ragas sind der Inbegriff meditativen Erlebens.
Ein Raga hat einen typischen Aufbau und besteht aus einem langsamen Vorspiel, gespielt über einige Minuten, oder bis zu einer Stunde und verschiedenen schnelleren Phasen. Die besondere Melodienführung und die Stille zwischen den Tönen und die Rückkehr der Melodie immer wieder zum Grundton, macht diesen besonderen Zauber dieser Musik aus.
Allgemeine Wirkungen sind Entspannung, Ruhe und ein Gefühl von Frieden. Schon nach wenigen Minuten dieser heilsamen Klänge, kehrt eine innere Ruhe ein. Verspannungen im Körper lösen sich. Nach wissenschaftlichen Erfahrungen, ist die Wirkung der Ragas nicht auf einen bestimmten Kulturkreis beschränkt.
Wirkungen der Ragas werden auch in den alten vedischen Texten beschrieben. Ragas werden auch bestimmten Tageszeiten zugeordnet.
Es gibt Morgenragas und eher sanfte Ragas für den Abend.
von Melanie Reimering
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