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Sieben Ebenen der Versenkung als Leitfaden der Meditationspraxis

Hey zusammen,

nachdem ich gesehen habe, dass die letzten Einträge meist nur Werbung enthielten, dachte ich, dass man ja auch mal etwas "nützliches" veröffentlichen könnte. Der Text ist in manchen Punkten etwas kontrovers, aber mit diesen Themen sind wir ja sicher alle bereits vertraut, von daher hoffe ich, dass die bildliche Sprache auf offenen Ohren stößt. Trotzdem bin ich für jede Kritik und Diskussion offen :)

Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit! Und jetzt viel Spaß beim Lesen:

Der Mensch ist ein vielschichtiges Wesen

Prinzipiell gibt es nur einen wahren Zugang zu deiner eigenen Quelle der Weisheit. Doch leider ist sie von allerhand Dingen verunreinigt worden und so muss deren Zugang gereinigt werden. Der Mensch hat im Laufe der Jahre so viele Meinungen und ein so starkes Selbstbild entwickelt, dass es einiger Zeit und Mühe bedarf sich Stück für Stück davon zu lösen beziehungsweise das größere Bild zu erkennen. Der Prozess und die eigentliche Selbsterkenntnis wird zwar immer die Selbe bleiben, doch das Verständnis wird sowohl tiefer, als auch subtiler. Diese Ebenen der Selbsterkenntnis und den Weg zur Quelle möchte ich hier bildhaft umreißen. Die Beschreibung jeder Ebene weist bereits auf die letzte unerreichbare Ebene hin, jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven. Auch kann man nicht wirklich von unterschiedlichen Tiefen sprechen, da die Ebenen einander durchdringen und die letztendliche Erkenntnis immer die Selbe ist: Man selber ist die Quelle. Doch was das eigentlich genau bedeutet wird erst mit der Zeit erkannt. Ist man sich seiner Selbst und dessen unfassbarer Tiefe dann aber längere Zeit vollkommen bewusst, so versinkt man in einem Gefühl der Grenzenlosigkeit und der Liebe: Samadhi (Externer Wikipedia-Link)

0. Instinkt

Diese Ebene spielt zwar für den Menschen kaum noch eine Rolle, aber ich möchte sie trotzdem erwähnen um den drastischen Unterschied im Bewusstsein zweier Lebewesen zu verdeutlichen. So wie es für ein Tier ein Quantensprung wäre seinen Instinkt zu überwinden, so ist es für den Menschen eine Erleuchtung, wenn er über seinen Verstand hinauswächst. Das Gehirn des Menschen kann genauso zuverlässig und selbstständig arbeiten wie die anderen inneren Organe, doch dafür muss es sich erstmal entwickeln, bis die Frucht reif ist. Jede der folgenden Stufen soll einen derartigen Sprung oder Metamorphose im Bewusstsein verdeutlichen. Kannst du die Unterschiede noch nicht erkennen, ist das nicht schlimm, aber ein deutliches Zeichen dafür, dass du die beschriebene Ebene bisher nur aus einem niederen Standpunkt heraus verstehst. Mich würde es daher nicht wundern, wenn die meisten Leser nur die ersten beiden Ebenen vollkommen nachvollziehen können. Ich sage dies extra; nicht um dich zu entmutigen, sondern um dir aufzuzeigen welch enormes Potential noch in uns steckt!

1. Verstand

iese Ebene spielt zwar für den Menschen kaum noch eine Rolle, aber ich möchte sie trotzdem erwähnen um den drastischen Unterschied im Bewusstsein zweier Lebewesen zu verdeutlichen. So wie es für ein Tier ein Quantensprung wäre seinen Instinkt zu überwinden, so ist es für den Menschen eine Erleuchtung, wenn er über seinen Verstand hinauswächst. Das Gehirn des Menschen kann genauso zuverlässig und selbstständig arbeiten wie die anderen inneren Organe, doch dafür muss es sich erstmal entwickeln, bis die Frucht reif ist. Jede der folgenden Stufen soll einen derartigen Sprung oder Metamorphose im Bewusstsein verdeutlichen. Kannst du die Unterschiede noch nicht erkennen, ist das nicht schlimm, aber ein deutliches Zeichen dafür, dass du die beschriebene Ebene bisher nur aus einem niederen Standpunkt heraus verstehst. Mich würde es daher nicht wundern, wenn die meisten Leser nur die ersten beiden Ebenen vollkommen nachvollziehen können. Ich sage dies extra; nicht um dich zu entmutigen, sondern um dir aufzuzeigen welch enormes Potential noch in uns steckt!

2. Körper

Wenn man die erste Ebene überwunden hat und erkannt hat wie sich der eigene Verstand gebildet hat, wird man schnell ein Gefühl dafür bekommen Teil von etwas Größerem zu sein. Dies kann nun im materiellen Sinne die menschliche Evolution sein oder aber im geistigen Sinne die Gesellschaft, die einen geformt hat. Im Gegenzug wird erkannt, dass der eigene Verstand ein subjektives Bild über eine objektive Welt gelegt hat und sie obendrein in Innen- und Außen getrennt hat. In dieser wechselseitigen Beziehung  kann etwas ewiges erkannt werden, wodurch man eine sehr tiefe Verbundenheit zu der Welt empfindet und sich die Grenzen des eigenen Körpers aufzulösen scheinen. Zwar hat der Mensch Beine und kann sich autonom bewegen, aber er ist von der Erde ebenso wenig getrennt wie es ein Baum ist. Und genauso wenig ist die Existenz eines Baumes von der Sonne getrennt oder die Sonne vom Rest des Universums. Auf dieser Erkenntnisstufe verschwinden langsam die Grenzen des eigenen Körpers und ein Größerer wird erkannt und angenommen. Dieser Körper hat zwar nicht das gleiche Empfinden wie der materielle Körper, jedoch kann eine zutiefst seelische Verbindung gespürt werden, die weit tiefer erfahren wird, als eine bloße Berührung auf der Haut. Erkennt ein Mensch dies deutlich wird er mit Sicherheit eine tiefe Geborgenheit, grenzenlose Stärke und unermessliche Nächstenliebe erfahren.

3. Gedanken

Ab einer gewissen Grenze scheint man nicht wirklich über die Verstandesaktivität hinauszukommen ohne sich das Wesen der Gedanken als solche genauer zu betrachten. Hier laufen viele Menschen fehl, da sie nach wie vor versuchen das Wesen eines Gedankens durch einen anderen Gedanken zu ergründen. Das ist genauso wenig möglich wie den Verstand mithilfe eines intellektuellen Konzeptes zu überwinden. Auf dieser Ebene wird also vor allem der eigene Gedankenstrom beobachtet, ohne ihn dabei selber zu beeinflussen. Das ist anfangs besonders schwierig, da sobald der Verstand auf diese natürliche Weise funktioniert, er auch einen fantastischen Output erzeugt. Allzu schnell lässt sich dann die betreffende Person von ihren neuen Erkenntnissen einlullen und verfällt erneut in vielerlei konzeptuelle Gedankengänge und Phantasien. Der Scharfsinn und die Kreativität des Verstandes mag bereits gesteigert sein, dennoch sind da aber allerhand unruhige Gedanken, die den Tagesablauf immernoch behindern. Zudem sind so gewonnene Erkenntnisse überaus verführerisch für die Person, weshalb es nicht selten vorkommt, dass bereits eine niedere Erkenntnis für Erleuchtung gehalten wird. Diesen Wechsel von Wissen und Unwissenheit immer wieder zu durchschauen und seine Konzentration allein auf die unaussprechliche Quelle der Erkenntis zu heften, befreit einen letzten Endes aus den eigenen Gedanken. Eine regelmäßige Meditationspraxis ist ab diesem Punkt daher quasi unvermeidlich um die tieferen Schichten des eigenen Seins zu erfahren und die Identifizierung mit den eigenen Gedanken langsam auflösen zu können. Sobald diese Identifizierung endet steht der natürlichen Intelligenz des Menschen keine subjektive Persönlichkeit mehr im Weg und das enorme Potential des menschlichen Gehirns entfaltet sich auf ähnliche Weise wie es bei Kindern der Fall ist: Eine enorme Aufnahmefähigkeit und ein vollkommen natürliches Verständnis der Dinge.

4. Emotionen

Den Gedanken überaus ähnlich, schon fast mit ihnen identisch, sind unsere Emotionen. Emotionen könnte man als die verstandesgemäße innere Reaktion auf eine äußere Situation bezeichnen. Wichtig dabei ist zu erkennen, dass unsere Emotionen weniger von der derzeitigen Situation abhängen, sondern von unseren Gedanken und unserem Verhaltensmuster gegenüber einer solchen Situation. Schließt ein Mensch eine vergangene Handlung nicht vollständig ab, oder hat er ein Trauma oder ähnliches nicht überwunden, so werden auch ähnliche Situationen in Zukunft immer wieder die gleichen Emotionen und Reaktionen hervorrufen. Das ist prinzipiell zwar nicht übel um zu Überleben und zu Lernen, doch auf die Spitze getrieben, kostet es uns die eigene Freiheit. Daher ist es hier besonders wichtig nicht nur über das eigene Verhalten zu reflektieren, sondern vor allem auch über die Art und Weise wie man auf unterschiedliche Emotionen reagiert und wodurch sie entstehen und vergehen. Mittel dazu ist wie auch bei der Gedanken-Ebene erneut die Selbstbeobachtungsgabe. 

5. Wahrnehmung

In dem Maß in dem sich die Identifizierung des Selbst mit seinem Verstand, Körper, Gedanken und Emotionen löst, in dem Maß wird auch die Wahrnehmung des Menschen gereinigt. Alle persönlichen Eigenschaften des Menschen sind auf dieser Erkenntnisstufe bereits so transparent geworden, dass das Selbst durch die Person hindurch die Welt erblicken kann ohne sie dabei subjektiv zu verzerren. Jegliche Sinneswahrnehmung entspricht hier nur noch den natürlichen körperlichen Funktionen und dient nur noch als ein Anzeichen dafür, dass man nach wie vor existiert. Jedoch beseht nach wie vor eine Trennung zwischen dem Beobachter und dem Objekt seiner Betrachtung. Diese Tiefe des Seins bleibt einem daher so lange verborgen, bis die Person gelernt hat sich vollständig von sich selbst zu lösen. Die meisten Menschen erleben hier eine große Todesangst, da sie diese unglaublich tiefe Ebene des Seins vollkommen vergessen haben und Angst haben sich selber zu verlieren statt zu finden. Jedoch wird man sich mit fortlaufender Praxis immer weiter wagen können und jegliche Ängste nehmen schnell ihr Ende.

6. Das Selbst

Wie beschrieben, besteht selbst bei einer geklärten Wahrnehmung immer noch eine überaus subtile Trennung zwischen Innen und Außen. Irgendwann muss man sich eingestehen, dass ein Teil seiner Selbst auf ewig verloren oder unentdeckt zu sein scheint. An dieser Stelle ist die Selbsterkenntnis vollkommen und wird nicht mehr verloren, da erkannt wurde, dass der Prozess der Vollendung niemals enden wird. Ob man diese Dinge nun in unfassbarer Tiefe oder nur ganz oberflächlich versteht, scheint keinen Unterschied mehr zu machen. Viele geistige Schüler haben zwar eine hohe Demut gegenüber dem Unaussprechlichen entwickelt, fühlen sich dadurch jedoch gegenüber anderen Menschen schnell erhaben. Diese Meinung wird spätestens mit Erreichen dieser Erkenntnisstufe in sich zusammenbrechen. Alle Dualitäten, oben und unten, männlich und weiblich, gut und böse, wissend und unwissend, ja selbst bewusst und unbewusst haben hier nun auch ein Ende gefunden. Die Wurzel wurde zwar nie erreicht, doch sich so weit angenähert, dass eine echte Vereinigung nicht mehr als nötig erscheint, da man nie getrennt war. Dies erkannt, erfährt man eine Befreieung von allen vergangenen Dingen und ein fantastisches Gnaden- und Glücksgefühl.

7. Das Unaussprachliche

Egal auf welcher Erkenntnisebene man steht; hält man sich für wissend, so hat man doch nichts so erkannt, wie man es sollte. Was auch immer es ist, es ist und bleibt unaussprechlich. In jeder Beschreibung, in jedem gesprochenen Wort, in jedem Gedanken ist dieses mysteriöse Etwas enthalten und doch durch den einschränkenden Charaketer einer Definition auch schon wieder ausgeklammert. Es ist jenseits des Verstandes und jenseits des Körpers und doch auch dessen Wurzel, Substanz und formgebende Kraft. Ich denke niemand der in Kontakt mit diesem unaussprechlichen Etwas gekommen ist, wird jemals aufhören können darüber nachzudenken. Absolut nichts ist damit vergleichbar. Es ist offentsichtlich welchen Namen ich diesem Etwas geben würde. Und so hoffe ich, dass es doch noch ausgesprochen wurde, wenn auch nur zwischen den Zeilen. Nenne es Liebe, Gott, Selbst, Leben, Universum oder Bewusstsein, das ist mir gleich geworden. Ich weiß nur, dass nichts ohne dieses etwas existieren würde. Wenn es einen Sinn gibt im Leben, dann sicher um dieses Etwas immer besser kennen zu lernen.

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